Walter Ludin

Die Bibel lehnt die Homosexualität ab. Was zeitbedingt ist ....

«Man kann mit guten Gründen die biblischen Verbote der Homosexualität als zeitbedingt begreifen. Es war die Vorschrift des kleinen, bedrohten Volkes Israel, das auf Nachwuchs angewiesen war und auf die Bewahrung seiner Identität.» So schreibt Matthias Drobinski (übrigens Träger des Herbert Haag-Preises) in der Süddeutschen Zeitung im Zusammenhang mit der Homo-»Ehe» und deren Ablehnung durch Papst Franziskus im seinem neuesten Schreiben.
Der Journalist wundert sich, warum man an den Verurteilungen der homosexuellen Praktiken in der Bibel festhält, andere ebenso zeitbedingte Verbote aber locker aufhebt:
" … In den Passagen des Levitikus-Buches geht es insgesamt um die Bewahrung der göttlichen Ordnung durch zahlreiche Vorschriften: von der Frage, wie ein Schlachtopfer dargebracht werden soll, über das Gebot, abgefallene Trauben den Armen zu überlassen, bis hin zum Verbot der Wahrsagerei. Mit der Todesstrafe wird hier schnell gedroht – auch wenn Paare miteinander schlafen, und die Frau hat ihre Tage. Wenn sich nun aber die Vorstellung überlebt hat, dass ein Paar, das während der Menstruation Sex hat, den Tod verdient, warum muss dann die Vorstellung bis heute gelten, dass schwule oder lesbische Liebe dem Herrn ein Gräuel sei?» (…)
«Es bleibt die Passage im Römer-Brief, wo Frauen und Männer, die sich mit dem gleichen Geschlecht zusammentun, als Verstoss gegen die Ordnung in der Gemeinde angesehen wird. Aber soll man das heute noch wörtlich nehmen? Auch Papst Franziskus nennt in seinem Schreiben Amoris Laetitia die Forderung des Paulus überholt, dass die Frau dem Mann untertan sein soll. Warum soll dann nicht auch das Verbot der homosexuellen Liebe überholt sein? Paulus fordert auch, dass die Frauen lange und die Männer kurze Haare tragen sollen – nähme man das wörtlich, wären all die schönen Bilder vom Jesus mit den langen Haaren eine gemalte Sünde.
 

29. April 2016 | 00:46
von Walter Ludin
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