Die Aussendung der 12
Zur Abwechslung – damit die Lesenden den Schreiber etwas besser kennen lernen – mein Predigtgerüst zum 15.Sonntag im Jahreskreis (Am 7,12-15; Mk 6,7-13 – ich halte mich immer an die vorgesehene Leseordnung).
Die drei Sonntage (14.-16.So im Jk) sind Berichte vom öffentlichen Auftreten Jesu, von seiner Überzeugung und seinem Auftrag, und dies vor dem Hintergrund des Auftretens der atl Propheten, heute Am.
Bewusst wird:- Aus atl-jüdischer Sicht: Jesus ist ein Prophet (Berufung durch Gott, kein Theologe, unbequeme Botschaft, Ablehnung durch die Mächtigen)- Aus ntl-christlicher Sicht: Er ist der Prophet (Endzeit, viele Jahre nach den letzten, Messiaserwartung, universaler Prophet im römischen Imperium)
Bei der Aussendung der Jünger fallen auf:
Die Zahl 12: Kein historisches Faktum, sondern bewusst gesetzt (neues Israel, die 12 neuen Stämme) / Effektive Aufzählungen divergieren (12, 72, 500 bei Paulus) / Jünger sind die «Herausgerufenen» mit der Reich-Gottes-Priorität
Die Aufforderung zum armen Lebensstil: auffallend und drastisch, verständlich wegen Jesu Endzeiterwartung / konnte in der Kirchengeschichte nicht durchgehalten werden / die spezielle Berufung darum in den Ordensgemeinschaften
Das Austreiben der Dämonen: In Mk 6 der einzige Auftrag Jesu / Dämonen als Metapher von allem, was Menschen beherrscht, besetzt, abhängig und unfrei macht / Reich Gottes heisst zur Freiheit der Kinder Gottes gerufen sein / Jesu-Nachfolge heisst Frei-Werden von Zwängen (den eigenen: Besitz; den gesellschaftlichen; Status, den religiösen: unfreie Religiosität, Gesetzesreligion).Ergo: Leben wir so, verkünden wir so.
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