Dialog mit anderen Religionen
Programmatisch am Pfingstfest 1964 (damals der 17. Mai) rief Papst Paul VI. das Sekretariat für die Nichtchristen ins Leben. Das Sekretariat sollte, analog zum Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen, dem Dialog mit den anderen Religionen dienen. Es wurde der Leitung von Kardinal Paolo Marella anvertraut, der durch seine Auslandserfahrung und Kontakte mit Nichtchristen in Japan dazu besonders geeignet schien.
Das Sekretariat hatte dann eine wechselvolle Geschichte. 1988 wandelte es Papst Johannes Paul II. zum Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog um. Papst Benedikt XVI. fasste diesen Rat 2006 mit dem Päpstlichen Rat für Kultur zusammen. Dieser Schritt wurde 2007 wieder rückgängig gemacht, nachdem im Gefolge der Regensburger Rede 2006 von Papst Benedikt XVI. der Gesprächsbedarf vor allem mit den Muslimen enorm gestiegen war.
50 Jahre nach Gründung des Sekretariates für die Nichtchristen findet heute, Pfingsten 2014, im Vatikan ein Friedensgebet statt, bei dem Papst Franziskus gemeinsam mit Patriarch Bartholomaios die Präsidenten Israels und Palästinas empfängt. Mit den Teilnehmenden begegnen sich auch drei Religionen. Jean-Louis Kardinal Tauran, der heutige Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, hatte Papst Franziskus auf der Pilgerreise im Mai 2014, während derer Papst Franziskus seine Einladung aussprach, begleitet und ist auch beim Friedensgebet im Vatikan anwesend.
Den Verlauf des Friedensgebetes erläutert Pater Pierbattista Pizzaballa, Franziskaner-Kustos im Heiligen Land, auf der Internetseite von Radio Vatikan (wo auch eine Liveübertragung abrufbar sein wird) wie folgt:
«Das Gebet hat denselben Ablauf für alle drei Religionen. Das erste ist das Lob Gottes für die Schöpfung; Gott hat uns alle geschaffen, und so sind wir alle Geschwister. Zweiter Moment: Eine Gewissenserforschung. Obwohl wir alle Geschöpfe Gottes sind, sind wir alle Sünder, wir haben gegen die gemeinsame Berufung gefehlt und bitten um Vergebung. Der dritte Moment ist eine Fürbitte an Gott, damit er uns alle in die Lage versetzt, den Frieden zu bauen, jeden im eigenen Umfeld. Es ist ein Gebet in Form einer Fürbitte. Eine Anrufung um Hilfe, damit wir alle Architekten des Friedens werden können».
(emf; vgl. PersLex 184f;
http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/06/details_zum_pfingstlichen_friedenstreffen_im_vatikan/ted-805124)
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