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«Der spezifische Grund für das Ordensleben…»

Am 18. Januar 1964 beginnt für André-Marie Charue, Bischof von Namur und im Dezember zum zweiten Vizepräsidenten der Theologischen Kommission gewählt, eine mehrwöchige, intensive Phase der Mitarbeit am Kirchenschema. Im Hintergrund der zahlreichen Gespräche, die Charue ab diesem Tag führt, stehen Diskussionen, in denen um den Ort und die Art der Aussagen über die Orden im Kirchenschema gerungen wird. In den Notizen Charues vom 18. Januar 1964 finden sich in diesem Zusammenhang auch die Namen des ehemaligen Abtes von Einsiedeln und jetzigen Abtprimas der Benediktiner, Benno Gut, sowie von Abt Louis-Séverin Haller (St Maurice).
Charue beendet den Tag mit einem Treffen mit Dom Olivier Rousseau, Mönch der Benediktinerabtei Chevetogne und Direktor der Zeitschrift Irénikon und notiert dessen pointierte Meinung: «In Bezug auf das Kap. IV sagt er mir, dass im christlichen Osten das Ordensleben nicht als der Diözese jenseitige Grösse verstanden wird, und dass die gegenteilige Idee auf die Franziskaner zurückgehe. Das ist sehr gut, aber es handelt sich hierbei um eine Struktur, die nicht mehr dem göttlichen Recht zugehörig ist als diejenige der Kardinäle, der Patriarchate etc. … Der spezifische Grund für das Ordensleben ist das Streben nach evangeliumsgemässer Heiligkeit.»
In den folgenden Tagen und Wochen ist es Charue besonders darum zu tun, inmitten diverser pointierter Meinungen den zuletzt genannten spezifischen Grund für das Ordensleben in einem ausgewogenen Gesamtverständnis von Kirche und Heiligkeit zu verorten.
(mq; Zitat aus: L. Declerck, Cl. Soetens (Hg.), Carnets conciliaires de l’évêque de Namur A.-M. Charue. Louvain-la-Neuve : Publications de la Faculté de Théologie, 2000, 134)

18. Januar 2014 | 00:02
von Konzilsblogteam
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