Der Papst spricht zu Ordensleuten
Wohin mit dem heiligmässigen Leben in der Kirche? Die Gewohnheit, hier zunächst auf die Ordensleute zu schauen und auf ihren Stand der Heiligkeit, wollte das Konzil nicht fortsetzen. Alle Getauften waren zur Heiligkeit berufen. Entsprechend gehörte das Heiligkeitsthema in die Behandlung der Kirchenthematik. Für die Ordensleute konnte es nun aber so aussehen, als werde die Bedeutung ihres Standes durch die «Verallgemeinerung» der Heiligkeit reduziert.
Papst Paul VI. wandte sich am 23. Mai 1964 selbst an die Ordensleute und gab Entwarnung. Das veränderte Bewusstsein über die Bedeutung der Berufung aller zur Heiligkeit meine keineswegs eine Herabstufung der «besonderen Funktion und unwandelbaren Bedeutung des Ordensstandes in der Kirche».
Die Rede des Papstes, die auch auf zahlreiche konkrete Herausforderungen für die Ordensleute hinwies, die vom Konzil noch bearbeitet werden mussten, wurde vom Sekretariat der Bischöfe dankbar aufgegriffen. Sie bot passendes Zitatmaterial, um die Betonung der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit in der Kirche prominent darzustellen und doch auch die Ordensleute mit einzuschliessen.
(ab; A 4,55f.)
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