Der letzte öffentliche Auftritt des «Papa buono»
Am Mittwoch, 22. Mai 1963, trat Papst Johannes XXIII. zum zweitletzten Mal in der Öffentlichkeit auf (nach A II 601, Anm. 368 an diesem Tag zum letzten Mal): Er betete vom Fenster seines Büros das Salve Regina; die Audienzen dieses Tages aber wurden abgesagt. Der erste Krankenbericht erschien im Osservatore Romano erst am 28. Mai 1963.
Noch am vorangehenden Montag empfing Johannes XXIII. Kardinal Stefan Wyszinski und vier weitere polnischen Bischöfe in der Bibliothek, obwohl ihm angeraten wurde, die Polen in seinem Schlafzimmer zu empfangen. Vom Montag auf den Dienstag hatte Johannes XXIII. eine unruhige Nacht. Nach der Kommunion um 6 Uhr morgens sagte er: «Ich bin bereit zu gehen (…). Ich bin froh, dass ich in der Lage war, jedem Impuls der Gnade zu entsprechen (…). Es ist alles ohne übertriebene Mühe geschehen: Audienzen, Reisen, die Wiederbelegung der Busspraxis und Pastoralvisitationen in Rom, die Synode, das Konzil.»
Am 23. Mai 1963 schliesslich, dem Himmelfahrtstag, stimmt er mittags an seinem Fenster das Regina Coeli an, «mit einer Stimme, die immer noch melodisch und kräftig ist. Der Beifall der Menge lässt ihn beinahe nicht dazu kommen, seinen Segen zu erteilen» (He 629). Am Abend dieses Himmelfahrtstages empfängt er Kardinal Gustavo Testa, der den Schweizern wegen seiner Nuntiatur in Bern in guter Erinnerung blieb.
(ufw; He 629; A II 601, Anm. 368)
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