Der bekehrte Bischof ...
.. und die MigrantenKurz nachdem ich 1995 im Rahmen einer Delegationsreise in Chiapas, Südmexiko, war wurde dem dortigen progressiven Bischof Samuel Ruiz (genannt Tatic; Grossväterchen) ein konservativer Koadjutor als Aufpasser zur Seite gestellt: Raul Vera. Doch die Rechnung wurde ohne den Vatikan gemacht. Vera entwickelte sich. Wie sein Chef kämpfte er gegen Grossgrundbesitzer. Gemeinsam setzten sie verheiratete Maya-Paare für die Gemeindeleitung an.Und Vera wurde buchstäblich in die Wüste versetzt, in den Norden, nahe der USA-Grenze mit ihren riesigen sozialen Problemen. Als er dort zu einem Gala-Essen eingeladen wurde, fragte er, ob jemand zwei bedürftige Migranten aufnehmen könne, eine schwangere Frau und einen verletzten Mann. Betretendes Schweigen! Als endlich jemand sich meldete, übergab ihnen der Bischof zwei Figuren: von Maria und Jesus. «Dieser religionspädagogische Scherz machte in ganz Mexiko die Runde», schreibt mein lieber Kollege Thomas Seiterich im Publik-Forum.
PS: Eine reiche Frau übergab einst Helder Camara einen reichlich gefüllten Briefumschlag: «Sie können damit machen, was Sie wollen.» «Wirklich?» ….. «Dann bezahlen Sie damit Ihrem Personal endlich einen gerechten Lohn.»
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