Walter Ludin

«Den Zölibat blöd zu finden, wäre blöd»

Vorbemerkung: Da etliche von euch mich hier jeden Tag besuchen, «poste» ich täglich einen neuen Beitrag. Doch wie schon am Montag geschah es auch heute: Am Morgen fand ich bei einem Kontrollblick meinen Eintrag nicht mehr. Übrigens war am Montag auch ein Rundmail von mir verschwunden, obwohl es als «gesendet» markiert war. Irgendwo gibt’s einen Zugang zum Cyber-Nirwana. Sorry…..
 
Vorsitzender der Superiorenkonferenz für freiwilligen Zölibat für Priester – Frauenpriesterweihe «wird kommen»
Der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, Abt Christian Haidinger, hat sich erneut für die Einführung eines freiwilligen Zölibats für katholische Priester ausgesprochen. «Ich habe nie etwas gegen den Zölibat gesagt. Ich wäre ja deppert, wenn ich 50 Jahre versuche, zölibatär zu leben und dann sage, der Zölibat ist ein Blödsinn», sagte Haidinger in einem Interview der «Austria Presse Agentur» (6. April). Vielmehr glaube er an den Zölibat als «Charisma, zu dem Einzelne berufen sind».
Gleichzeitig wandte sich der Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation laut APA gegen eine theologische Begründung des Zölibats. Wenn man in der orthodoxen Kirche, die teils auch dem Papst unterstellt sei, heiraten dürfe «und bei uns nicht, dann kann man nicht sagen, das ist theologisch begründet. Das ist traditionell so».
Überzeugt zeigte sich Haidinger in dem Interview von einer künftigen Einführung des Frauenpriestertums in der katholischen Kirche. «Ich kann es mir nicht nehmen lassen, dass ich gewiss bin, dass das kommen wird», sagte der Vorsitzende der Männerorden, schränkte aber ein: «Ich sage nicht, das muss morgen sein. So viel Realist bin ich.»
Die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe könnte den ökumenischen Dialog mit den Ostkirchen «zuerst einmal ganz massiv stören», sagte Haidinger. Für den Abtpräses ist zudem klar, dass eine Entscheidung über die Frauenpriesterweihe eines Konzils bedürfe. «Dass ganz wichtige Fragen, die wir vor uns herschieben, schon ein Konzil brauchen, und dass die nicht der Papst auf seinem Schreibtisch entscheiden kann, das ist klar.»
Dass das Kirchenrecht und die darin verankerte Ämterstruktur der katholischen Kirche «nicht in Stein gemeisselt» sind, hatte am Freitag auch die Katholische Frauenbewegung (kfbö) unterstrichen, deren Geistlicher Assisten der Schlägler Abt Martin Felhofer ist.

17. April 2014 | 10:03
von Walter Ludin
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