Konzilsblogteam

Den Heiligen Geist nicht behindern!

400 Jahre lange haben die Christgläubigen auf eine solch positive Darstellung der Berufung der Laien gewartet, so würdigt Bischof John Joseph Wright von Pittsburgh das 3. Kapitel des Entwurfs der Kirchenkonstitution (vgl. AS 2/3,19). Zu Beginn seiner Rede spricht er nicht nur die verehrungswürdigen «Väter» an, sondern auch die «Beobachter» und die «[Laien-]Auditoren». In dieser zweiten Session sind sie Teil des Konzilsgeschehens.
Zum selben Thema spricht Bischof Franz Hengsbach von Essen, und er reagiert dabei auf die Rede von Kardinal Ruffini. Keineswegs sei die Verantwortung der Laien eine Gefahr für die Hierarchie! Die Hierarchie müsse sich vielmehr davor hüten, den Heiligen Geist zu behindern, der nicht nur in der Hierarchie, sondern in allen Gläubigen zum Aufbau der Kirche wirkt (vgl. AS 2/3,18).
Ganz ähnlich folgert Bischof Candide Padin von Rio de Janeiro aus der Gemeinsamkeit im Volk Gottes eine gegenseitige Verpflichtung zwischen Laien und Hierarchie. Zur Genüge werde in den vorgelegten Texten der notwendige Gehorsam der Laien gegenüber der Hierarchie betont. Auch die Bischöfe müssten als Hirten aber die Tugend des Gehorsams leben, wie der gute Hirte, der die Seinen kennt, wie die Seinen ihn kennen. Damit er die «Schafe» gut weidet, «ist es notwendig, dass er nach den Zeichen Gottes, die im Volk aufscheinen, forscht», weswegen Padin den Dialog zwischen Hierarchie und Laien nicht nur als lobenswert, sondern als ganz und gar notwendig deklariert (vgl. AS 2/3,28f).
Am 18. Oktober 1963 stösst der Eichstätter Bischof Joseph Schröffer in dasselbe Horn. Wenn er sich nicht täusche, seien auch die Mitglieder der Hierarchie durch Gehorsam gebunden; und deswegen solle nicht nur im Blick auf die Laien von Gehorsam gesprochen werden. Dieser im Namen von 69 Bischöfen vorgetragenen Rede haben sich auch Bischof Franziskus von Streng, Basel, sowie Abtpräses Basilius Niederberger angeschlossen (vgl. AS 2/3,70-74).
(emf)

18. Oktober 2013 | 00:02
von Konzilsblogteam
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