Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel (2)
Im gestrigen Konzilsblog-Beitrag wurde schon deutlich, dass das Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel im Gegensatz zu den meisten anderen Konzilsdokumenten inhaltlich unbefriedigend ist (ich werde darauf zurückkommen). Schon vor der Abstimmung über dieses Dekret brauchten einige Konzilsväter starke Worte bei der Einschätzung des Inhalts: Banalität, Moralismus, unbedeutender Platz für die Laien usw. Das Problem war aber, dass bei der Diskussion der einzelnen Textteile und den entsprechenden Abstimmungen über 90 Prozent der Konzilsväter Zustimmung erteilt hatten. Amerikanische Journalisten versuchten danach vergeblich, noch Opposition aufzubauen; 97 Konzilsväter sprachen sich schliesslich sogar dafür aus, besser kein Schema über die sozialen Kommunikationsmittel zu haben als das vorliegende.
Am Abstimmungstag, dem 25. November 1963 schliesslich, wurde noch eine Petition ausgeteilt, was der Generalsekretär des Konzils noch persönlich zu verhindern versuchte und Kardinal Tisserant als Vorsitzender des Konzils zu einer scharfen Rüge an die Petenten verleitete, weil die Freiheit und die Ruhe des Konzils gestört würden. Das Dekret wurde schliesslich mit dem höchsten Nein-Stimmen-Anteil, den es je im Konzil gab, verabschiedet (1598 placet, 503 non placet und 11 ungültige Stimmen). Selbst in der öffentlichen Abschlussitzung der zweiten Konzilsperiode vom 4. Dezember 1963 stimmten 164 Konzilväter non placet gegen 1960 placet.
(ufw; A 3, 206-222)
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