George Francis Xavier

Das Wunder des grossen Fischfangs!

Diesen Sonntag hörten wir beim Gottesdienst das Evangelium nach Lukas. Lukas hat von dem reichen Fischfang erzählt. «… die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen»
«Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen», sagt Petrus, der genau weiss, dass an diesem Tag erst recht kein Fisch ins Netz geht. Aber: Wenn du es sagst, Herr!
Im Evangelium freilich geschieht dann auch das Wunder: das Wunder des grossen Fischfangs.
Am Ende dieses Evangeliums steht Petrus nicht als Gewinner da, sondern er sagt erschrocken: «Herr, geh weg von mir – ich bin ein Sünder!»
Für einige Sekunden hat er sich selber angeschaut. Wenn wir auch uns selber anschauen, geschieht kein Wunder in unserem Leben. Jesus hat seine Jünger gelehrt auf IHN (Gott) statt auf sie selber zu schauen. Unter den Jüngern war Matthäus ein Zöllner. Er hat für das römische Reich gearbeitet. Im Prinzip ist er ein Verräter. Und der Apostel, der den Beinamen «der Zelot» trägt, bekam diesen Namen aufgrund seiner Zugehörigkeit zur religiösen Gruppe der Zeloten der Zeloten Partei, die sich zum Ziel setzten, die Römer gewaltsam aus Israel zu vertreiben. Wie konnten die Beiden, ein Verräter und ein Terrorist im heutigen Sinn, zusammen in einer Gruppe leben und annehmen? Weil Jesus alle Jüngern so gelehrt hat, nicht auf sich selber zu schauen – sondern auf Gott.
Franziskus ist zu seiner Linken mit Leo, ein extremer oder grosser Mystik und gleichzeitig zu seiner Rechten mit Juniper, der nur lustige Fehler gemacht hat, gereist. Wie konnten die zusammen in Friedenleben? Weil alle haben nicht auf sich selber geschaut, nicht auf ihre Schwächen -sondern auf Gott oder auf Jesus.
Als Paulus auf sich selber geschaut hat, fühlte er sich als ein wertloser Mensch. In 2 Kor erzählt er wie folgt. «Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne». Gott hat dieses Problem von Paulus nicht weggenommen sondern er hat von ihm verlangt, seiner Gnade zu vertrauen.
Lass unsere Schwachheiten, Sünden, wertlose Gefühle, usw. in uns bleiben, selbst dann schau auf Gott. Der Glaube des Wunders ist genau das, trotz aller unserer Schwachheiten und Fehler auf Gott zu schauen und nicht sich selber und untereinander zu vergleichen.

11. Februar 2013 | 00:00
von George Francis Xavier
Lesezeit : ca. 2  Min.
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