Das Tagebuch von Sebastian Tromp SJ
Der Sekretär der Theologischen Kommission des Zweiten Vatikanischen Konzils, Sebastian Tromp SJ (vgl. Konzilsblog vom 21. und 26. April 2013) füllte insgesamt 17 handgeschriebene Tagebücher mit nüchternen Notizen über die Geschichte der Theologischen Kommission von der Vorbereitungszeit bis zur Veröffentlichung der Konstitutionen Lumen Gentium, Dei Verbum und Gaudium et Spes. Bis jetzt sind die Notizen der Vorbereitungszeit vor dem Konzil und diejenigen der ersten Konzilssession und der ersten Intersession bis September 1963 veröffentlicht. Der zweite Teilband, der die erste Konzilszeit umfasst, enthält neben den Protokollheften Tromps die offiziellen Relationen aus der Arbeit der Theologischen Vorbereitungskommission, dazu verschiedene unveröffentlichte Briefe, Dokumente und Aufzeichnungen sowie eine Übersicht über die Schemata und ein Personenverzeichnis mit Kurzbiografien. Das Tagebuch ist im Allgemeinen sehr nüchtern gehalten, gibt aber gute Einblicke in die Namen der Beteiligten und mit kurzen Worten ab und zu auch Tromps persönliche Beurteilung von Dokumenten und Textvorschlägen wieder. Von sich selbst redet er im Tagebuch meistens in der dritten Person. So schrieb er etwa am 27. April 1963 über sich selbst: «Der Sekretär merkt an, dass nicht sicher ist, dass das gesamte Naturrecht offenbart ist. Offenbart ist aber, dass wir den Willen Gottes erfüllen müssen, und dieser Wille manifestiert sich auf zweifache Art: durch die menschliche Natur selbst und durch die Offenbarung im eigentlichen Sinn» (Bd. II/1, S. 358). Selten fliessen auch Bemerkungen zur persönlichen Tagesgestaltung mit ein, so am 12. Mai 1963: «Ich [Sebastian Tromp] machte mit Pater Laberge einen Ausflug nach Viterbo. O je! In dieser Stadt goss es in Strömen» (ebd., 366). (ufw/ Sebastian Tromp S.J.: Konzilstagebuch Bd. I/1–/2: 5. Juni 1960–10. Oktober 1962 [Vorbereitungszeit]. Roma 2006; Bd. II/1–2: 11. Oktober 1962–28. September 1963 [1. Konzilssession und 1. Intersession]. Nordhausen 2011)
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