Heinz Angehrn

Das leere Grab

Schon wieder steigt in mir theologischer Ärger auf, wenn ich im Net so lese, was Kirchenmänner, die doch über theologischen Verstand verfügen sollten, zum Thema sagen, ob es historisch-naturwissenschaftlich notwendig sei, dass damals vor gut 2000 Jahren die Grabkammer auch wirklich leer gewesen sei. Wenn diese Kollegen, höher in Amt und Würden als ich (was die Sache m.E. nicht besser macht), ihre Gedanken noch mit Giftpfeilen gegen Willi Marxsen verbinden, dann erkennt man ihre Absicht besser. Zurück zum nicht reflektierten fundamentalistischen Glauben.
Ist denn der geglaubte fortlebende Christus nach Ostern wirklich noch derselbe wie der historische Jesus aus Nazareth? Wie kann man(n) ausblenden, dass schon die Auferstehungserzählungen in den Evangelien ihre liebe Mühe haben, die Realität dieses Christus auch nur annähernd mit vernünftigen Worten zu beschreiben? Und wie garstig-mickrig wirken gar solche defensive Gedankenbemühungen, wenn wir sie neben Teilhard de Chardins Gedanken der Christogenese stellen.
Wenn es meine Bestimmung ist, als Bestandteil der Spezies homo sapiens dem Christus ähnlicher zu werden, dann hoffe ich doch sehr, dass dies nicht in vermodernder Art und Weise geschieht!

25. April 2011 | 10:01
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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