Das Konzil als Epiphänomen
Papst Paul VI. schätzte die Theologie, die der im Februar 1965 neuernannte Freiburger Kardinal Charles Journet in den Jahrzehnten vor dem Konzil in zahlreichen gewichtigen Werken, aber auch in der Zeitschrift Nova et Vetera entfaltete. Die Zeitschrift wurde von Journet einst gemeinsam mit François Charrière gegründet – der zur Zeit des Konzils Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg war und Journet zum Bischof konsekrierte.
In der Folge konnte sich Charles Journet in der vierten Konzilssession in die Konzilsarbeiten einbringen. Nach Jean-Pierre Torrell legte Journet in seinen Interventionen dem Konzil «eine Synthese seiner eigenen Theologie vor.» Für Journets theologisches Werk allerdings sei, so Torrell, die Teilnahme am Konzil «kaum mehr als ein Epiphänomen» gewesen.
Journets Denkweg führt somit zur allgemeinen Frage, mit welchen geistlichen und theologischen Kategorien konziliare und nachkonziliare Entwicklungen in welcher Weise begleitet und gestaltet werden können.
(mq; Jacques Rime, Charles Journet, biographie. In: Marta Rossignotti Jaeggi, Guy Boissard [Hg.], Charles Journet: Un témoin du XXe siècle. Paris 2003, 15-31, ebd. 30 das Zitat Torrells; vgl. dazu auch Jean-Pierre Torrell, Présence de Journet à Vatican II. In: Philippe Chenaux [Hg.] Charles Journet [1891-1975]. Un théologien en son siècle. Fribourg-Paris 1992, 41-68).
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