Walter Ludin

Das gewisse Etwas

Mein Edito zum Franziskuskalender 2012Liebe Leserin, lieber LeserEs ist immer eine spannende Aufgabe, für die nächste Ausgabe des Franziskuskalenders ein Thema zu finden. An Vorschlägen mangelt es uns keineswegs. Aus den früheren Jahren haben wir immer über ein Dutzend Ideen auf Lager. Dazu kommen etliche neue Vorschläge aus der Mitte unserer kreativen Kalendergruppe. Wichtigstes Kriterien für die Auswahl ist die Möglichkeit, das Thema aus möglichst vielen Blickwinkeln zu beleuchten. Um wieder einmal Goethes Faust zu bemühen: «Wer vieles bringt, wird manchen etwas bringen.»Für den diesjährigen Franziskuskalender zeichnete sich bald das Thema «Salz in der Suppe» ab. Doch: Wir wollten nicht den Anschein erwecken, wir produzierten eine Kochzeitschrift. So mussten wir weiter «hirnen»: Was meinen wir letztlich, wenn wir vom Salz in der Suppe sprechen? Welche tiefere Bedeutung hat dieses Wort? Beim Schreiben dieses Vorworts konsultiere ich ein Wörterbuch der Redewendungen und finde dazu die Begriffe: «ein wichtiger Bestandteil sein – unbedingt dazugehören – eine Sache erst vervollständigen oder interessant machen».Nicht schlecht, diese Erklärungen! Aber in unserer Gruppe warf jemand den Begriff «das gewisse Etwas» ins Gespräch. Und alle waren begeistert: Das ist es. Der Vorschlag schien uns vor allem auch sehr facettenreich. Tatsächlich: Im Internet würde mir ein Wörterbuch dazu 1762 Einträge liefern. An zweiter Stelle steht dort die Bemerkung: «einer Sache eine bestimmte Würze verleihen». Womit wir wieder bei der Suppe sind …Wenn Sie das nebenstehende Inhaltsverzeichnis anschauen, erfahren Sie, wie vielfältig unsere Autorinnen und Autoren das Thema abhandeln. Da gibt es wirklich die Suppe mit der richtigen Prise Salz – in einer Kapuzinerküche wie in einem Märchen der Brüder Grimm. Wir sehen, wie junge Menschen auf Partnersuche im Internet sich mit dem gewissen Etwas vorstellen. Zwei ausgewiesene Bibelkenner verraten uns, was in der heiligen Schrift der Christen dieses gewisse Etwas ausmacht. Nicht zu vergessen unsere drei Dichterinnen, die uns überraschende Zugänge vermitteln.Doch ich will hier das gewisse Etwas nicht zerreden und Ihnen schon auf dieser dritten Seite unseres franziskanischen Jahrbuches die Freude daran verderben. Darum: Lesen Sie – schauen Sie die Bilder an, die auch in der vorliegenden Ausgabe nicht bloss schmückendes Beiwerk sind, sondern uns eigenständige publizistische Ein-Sichten vermitteln. Und: viel Spass!Für Fr. 15,- zu bestellen bei: abo@kapuziner.org

30. Juni 2011 | 02:25
von Walter Ludin
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