Das Dritte Reich ohne Hitler (Fortsetzung der «Alternativen Geschichte» aus dem Franziskuskalender 16)
Hitler musste zurücktreten
Hans-Peter Peschke lässt in diesem Fall in seinen Phantasien «den ob seiner Jovialität populären Hermann Göring» an Hitlers Stelle Kanzler werden, unterstützt von Teilen der Nazipartei, denen Hitlers riskantes Spiel mit dem Feuer zu gefährlich erschien. Aus dem «Grössten Führer aller Zeiten GröFaZ» wurde ein «EmFü», ein «emeritierter Führer», der in seinem Berchtesgadener Berghof den zweiten Teil von «Mein Kampf» verfasste …
Und hier noch eine fast Wirklichkeit gewordene Variante der Geschichte Hitlers, sein Tod auf dem Schlachtfeld. Im erwähnten Berghof zeigte der Reichskanzler 1938 dem damaligen britischen Premier Neville Chamberlain ein Gemälde, das einen englischen Soldaten auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs zeigt: «Dieser Mann hätte mich fast erschossen.» Tatsächlich ist es gut bezeugt, dass dieser Soldat namens Henry Tandey vor dem verwundeten Hitler gestanden hatte. Nach den schweren deutschen Bombardierungen der Stadt Coventry erzählte er:
«Ich konnte damals keinen Verletzten erschiessen. Wenn ich damals doch nur gewusst hätte, was aus ihm werden würde. Wenn ich jetzt all die toten Frauen und Kinder hier in Coventry sehe, wünschte ich mir, dass ich ihn nicht verschont hätte.»
Unaufhaltsam
Eine besondere Spielart der fiktiven Geschichtsschreibung ist der Einsatz von «Zeitmaschinen», die bestimmte Ereignisse ungeschehen machen; zum Beispiel das Attentat von Sarajewo, das zum Auslöser des Ersten Weltkrieges wurde.
Wissenschaftler kamen jedoch zur Erkenntnis, dass der Krieg auch ohne dieses Ereignis stattgefunden hätte. Sie stellten ernüchtert fest, es gäbe «einen Automatismus, mit dem von einem bestimmten Zeitpunkt an die militärische Planung politisches Eingreifen unmöglich macht, weil die Generalstäbe das Gesetz des Handelns an sich reissen».
Walter Ludin. In: Franziskuskalender 2016 (Erscheinungsdatum: 1. Juni 2015
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