Das Christentum ....
… entstand nicht in RomDer Soziologe F. X. Kaufmann in seinem anregenden Vortrag anlässlich der Gründungsfeier von tagsatzung.ch
«Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass das Christentum seine Wiege weder in Rom noch in Byzanz, sondern im Vorderen Orient hatte, und dass es von dort aus bis weit ins Innere Asiens missioniert hat. (..) Aus dieser umfassenden Perspektive auf die Christentumsgeschichte, die zunehmend auch in der Fachwissenschaft eingenommen wird, erscheint dann die römisch katholische Kirche als der historisch erfolgreichste okzidentale Zweig des Christentums, der sein Überleben gegenüber dem kämpferischen Islam sowohl der Missions- und Organisationskraft der römischen Kirche als auch der Tapferkeit seiner Heere und nicht zuletzt seiner geographischen Randlage verdankte. Die lateinische Kirche organisierte sich in erheblichem Umfang auf der Basis des römischen Rechts und erreichte eine Kirchendisziplin, die den östlichen Kirchen fremd blieb. Durch den Zusammenbruch des weströmischen Reichs wuchs dem Bischof von Rom eine auch politische Stellung zu, welche ebenfalls zum Erfolg der lateinischen Christenheit beigetragen hat.»
Ausserhalb des Manus fügte Kaufmann hinzu, man solle sich eine Weltkarte mit Asien als Zentrum vorstellen. Aus dieser Sicht erscheine Europa mit Italien und Rom wie ein «Wurmfortsatz» …
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


