Dämonen ...
… und andere UngeisterModerne Menschen haben mit dem heutigem Evangelium Probleme. Da ist die Rede davon, dass Leute von Dämonen besessen sind und von Jesus geheilt werden. Wer heute krank ist, stellt sich kaum vor, dass ein böser Geist schuld daran ist. So sagt man, es habe sich bei den in der Bibel erwähnten Besessenen um Geisteskranke gehandelt. Dämonen haben in unserem Weltbild keinen Platz mehr.Oder doch? Ich erinnere mich an die 80er-Jahre und die Diskussionen um den Nato-Doppelbeschluss des atomaren Wettrüstens. Ausgerechnet eine der progressivsten Theologinnen, nämlich Dorothee Sölle, sprach damals immer wieder von Dämonen:»«¢ Den Dämonen des Hasses»«¢ Des Glaubens an die GewaltIhre tausendfach geäusserte Botschaft: Die Politiker, die sich für noch mehr Atombomben einsetzten, seien besessen von solchen Dämonen. Wir können an die Stelle von Dämonen das Wort UNGEIST setzen. Nicht nur vor 30 Jahren, auch heute wird die Welt von solchen Ungeistern beherrscht:»«¢ Vom Ungeist der Habsucht, welche die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrundes gebracht hat»«¢ Vom Ungeist der Verachtung von Menschen, die anders sind als wir: andere Hautfarbe haben, zu einem andern Volk gehören.Sie alle kennen diese und noch viele andere Ungeister. Ob wir sie Dämonen nennen oder nicht: Der Geist Jesu, seine Botschaft sind auch heute stärker als diese Ungeister. Wer auf ihn vertraut/ ihm nachfolgt, ist fähig, solche Dämonen zu besiegen:»«¢ Wir wissen, nicht das Bankkonto, sondern das, was wir vor Gott sind, mcht unsern Wert aus.»«¢ Wer sich daran erinnert, dass wir Kinder des einen Vaters sind, vom gleichen Gott geschaffen, wird nicht auf die Anders-artigen herunterschauen.Wenn wir uns auf diese Botschaft einlassen/ sie im Alltag leben, leisten auch wir einen Beitrag, um unsere Welt zu heilen. Wenn wir andern mit Verständnis und Wohlwollen begegnen, können auch wir heilend, aufrichtend und befreiend wirken.Als ich beginnen wollte, diese Predigt vorzubereiten, stiess ich auf ein E-Mail (Zwischenbemerkung für meine Blog-User: von Ilse Sixt!) mit einem Anhang, in dem es heisst:
GLAUB NUR, SIE BRAUCHEN DICH,die Menschen, die mit Dir geh’n!Sie brauchen Dein Gutsein und Dein Versteh’n,Deinen klugen geraden Sinn, der sich frei hält vom raschen Gericht, der Treue kennt und Wahrheit verspricht.
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