Communion
«Ainsi il y a COMMUNION à cette messe» (Co 1,457). Anlass für diese Notiz Congars ist am 11. Oktober 1963 die Beobachtung, dass an diesem Tag bei der Eucharistiefeier vor der Konzilsdebatte die Laienauditoren erstmals die Kommunion empfangen. Congar verwendet den Begriff «COMMUNION» (im Original in Kapitälchen geschrieben) zweifach: um den Kommunionempfang der Laien zu benennen, und in der zitierten Feststellung, dass in dieser Eucharistiefeier somit «COMMUNION» stattfinde. Aufsehenerregend ist nicht nur, dass Laien kommunizieren, sondern dass überhaupt jemand ausser dem Zelebranten selbst kommuniziert.
Die Liturgie zu Beginn des Konzilssitzungen wird in unterschiedlichen Riten gefeiert – für die Konzilsväter ein Lehrstück in Sachen ungeahnter Vielfalt der römisch-katholischen Kirche. Zugleich erfahren manche die liturgische Praxis als problematisch. Congar schreibt am 29. Oktober 1963 nach einer Liturgie im ukrainischen Ritus, die mehr als eine Stunde gedauert hatte, er liebe die Orientalen, und doch sei es etwas übertrieben, die knappe Zeit mit derart langen Liturgien zu füllen, so dass nur wenig Arbeitszeit übrigbleibe. Zudem: «Viele sind seit 5 Uhr auf den Beinen, haben ihre Messe gelesen und danach einer anderen gedient …» (Co 1,506). (Da Eucharistiefeiern ohne Mitwirkung wenigstens eines Ministranten nicht ohne weiteres erlaubt waren, haben Priester sich gegenseitig «ministriert»). Am 14. September 1964, zur Eröffnung der dritten Konzilssession, wird in der Konzilsaula erstmals eine konzelebrierte Eucharistiefeier stattfinden.
Dass die von Congar gewürdigte COMMUNION nicht in jeder Hinsicht ohne Schwierigkeiten vollzogen werden konnte, wird morgen beleuchtet werden.
(emf)
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