Stephan Sigg

Coca Cola als Vorbild für die Kirche

Vielleicht sind Sie in den letzten Wochen auch der Versuchung erlegen, eine Coca Cola-Flasche mit Ihrem Vornamen, dem Vornamen Ihrer Liebsten oder von Freunden zu kaufen? Die Werbekampagne sorgt für rauschende Umsätze und ist in aller Munde. Man kann der amerikanischen Getränkefirma zu dieser originellen Werbekampagne gratulieren. Auch wenn die Idee eigentlich nicht neu ist: Wird man in E-Mails, Briefen, im Unterricht usw. mit seinem persönlichen Vornamen angesprochen, ist die Chance, Aufmerksamkeit und Sympathiewerte zu erhalten, gleich viel grösser. Die Werbebranche weiss das schon lange und nutzt es intensiv für ihre Zwecke. Manche Firmen setzen die persönliche Ansprache ganz konsequent um – wie zum Beispiel das Unternehmen Starbucks, das KundInnen bei der Getränkebestellung nach deren Vornamen fragt und diesen auf den Kaffeebecher schreibt. Doch wie sieht es in Sachen persönliche Anrede in der Kirche aus?
In der Kirche gibt es viele Gelegenheiten, Menschen persönlich anzusprechen. Doch, Hand aufs Herz, wie vielen Beispielen sind Sie in Ihrer Pfarrei in den letzten Wochen begegnet? Wie oft sprechen im Gottesdienst, bei der Kommunion (»Renate, der Leib Christi …»), in den Briefen und Rundmails der Pfarrei (»Liebe Vreni, lieber Urs, anbei senden wir Ihnen den Stimmausweis für die Kirchbürgerversammlung …») Menschen mit ihrem Namen an? Viel zu selten! Dabei könnte hier mit geringem Aufwand mehr Nähe zu Pfarreiangehörigen geschaffen und die Message vermittelt werden: «Bei uns ist niemand ohne Namen, bei uns zählt jedeR.» Hoffentlich lassen sich viele Kirchenleute von der aktuellen Coca-Cola-Kampagne inspirieren.
Pressemitteilung von Coca Cola zur Kampagne

5. Juli 2013 | 11:56
von Stephan Sigg
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