Christen auf der Seite der Reaktionäre
«Dass Christen keine Revolutionäre sein könnten, ist allgemein so selbstverständlich geworden, dass niemand mehr daran Anstoss nimmt, wenn Christen reaktionär werden. Vielmehr erscheint das geradezu als normal und gottgewollt.»
So schrieb Ernst Käsemann, der grosse protestantische Exeget, in seinem Buch «Der Ruf der Freiheit». (Er hat es mir vor Jahrzehnten anlässlich eines Interviews mit ihm geschenkt.)
Recht hatte er. Ich denke da uns unsere «christliche» Partei, die in ihrem politischen Alltag sich lieber mit der SVP verbündet als mit der SP (die im Übrigen ja keineswegs revolutionär ist …); gerade auch in Asylfragen. Es ist bestimmt kein Zufall, dass ihr asylpolitischer Sprecher (NR Pfister, Zug) sich in seinem Profil nur wenig von einem SVP-Politiker unterscheidet.
Weiter schrieb Käsemann: «Es hatte doch seinen Grund, dass die abendländischen Revolutionen sich durchweg wie gegen die Obrigkeiten, so auch gegen die etablierten Kirchen wandten.»
Man denke an den spanischen Bürgerkrieg: die Kirche war auf der Seite der Grossgrundbesitzer usw. gegen die rechtmässig gewählte linke Regierung; später sassen Opus-Dei-Mitglieder in Francos Regierung.
Oder man erinnere sich, wie gewisse Kreise im Vatikan den Schlächter Pinochet hofiert haben …
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