Beatrice Mock

Buy a phone – Join a movement

Die Zeiten sind düster: Schon lange kaufe ich faire Bananen, warte auf die faire Jeans oder zumindest einen fairen Turnschuh und übe mich im konsequenten Abstellen-aller-Maschinen-die-ich-gerade-nicht-benutze. Und ahne, dass ich zu einer aussterbenden Spezies von Zeitgenossinnen gehöre.
Da taucht das Fairphone wie das Morgenrot am Horizont auf: Durch die Fastenopfer-Kampagne 2011 «Des einen Schatz, des andern Leid – Bodenschätze und Menschenrechte» nachhaltig sensibilisiert, verfolge ich das sympathische Anliegen im Internet. Die Amsterdamer Entwickler um Bas van der Abel versuchen, ein Mobiltelefon zu entwickeln, das unter fairen Bedingungen hergestellt wird. Ferner sollen beim Abbau der verwendeten Rohstoffe wie Cobalt, Zinn und Coltan die Menschenrechte eingehalten werden. Für diese Bemühungen bezahlen die KundInnen etwas mehr für ihr Gerät.
Nach fast drei Jahren Lobbyarbeit konnte im Januar 2013 die GmbH «Fairphone B.V.» gegründet und das erste Gerät produziert werden. Im Dezember 2013 wurden die 25›000 vorbestellten Geräte des Fairphone Edition 2013 ausgeliefert. Dank wachsender Nachfrage wurde eine zweite Edition, das Fairphone FP1U, in diesem Jahr produziert und ausgeliefert.
Da mein Nokia-Tasten-Knochen seinen beschränkten Geist sowieso bald aufgegeben hätte, besitze ich nun seit letzter Woche ein Fairphone. Seit der Registrierung auf der Website und der Bestellung habe ich in den Newslettern von Fairphone allerhand Neues über Produktion, Design und Recycling von Mobiltelefonen erfahren. Das ist interessant und hilft, die relativ lange Lieferfrist zu überbrücken.
Können tut das schöne Phone bisher alles, was mein Herz begehrt. Und bei Fragen wende ich mich an die öffentliche Facebook-Gruppe «Swiss Friends of Fairphone» oder an das Forum der offiziellen Fairphone-Seite. Ich muss sagen: So viel kompetente Beratung und verständliche Infos habe ich weder im Swisscom-Shop noch am Coop-Kiosk bekommen, wo meine Ex-Handys herkamen.
Sympathisch ist die Ehrlichkeit der InitiantInnen, die in den Medien zugeben, dass sie ihr Anliegen nicht vollumfänglich erreichen können. Und trotzdem dranbleiben und informieren. Gut, dann ist es halt nur ein Möglichst-Fairphone. Aber immerhin!

Offizielle Fairphone-Seite
Öffentliche Facebook-Gruppe «Swiss Friends of Fairphone»
Fastenopfer-Kampagne 2011
Koalition «Recht ohne Grenzen»

fairphone
3. September 2014 | 11:24
von Beatrice Mock
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