Konzilsblogteam

Bildersturm nach dem Konzil?

An einer Pressekonferenz anlässlich der Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Kunstgeschichte wies der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, der Freiburger Professor Dr. Alfred A. Schmid, darauf hin, dass dem religiösen Kulturgut der Innerschweiz Gefahr drohe. Dieses Kulturgut, vom Bildersturm der Reformation verschont und meistens nach 1600 entstanden, sei nun durch die Verstädterung und die Auskämmung der Gebirgstäler durch Kunsthändler bedroht.
Der Berichterstatter in der SKZ kommt dabei auch auf die Liturgiekonstitution zu sprechen, die eine «Instauratio» anstrebe, aber auch zugleich die Kontinuität bewahren wolle. Beim Bau neuer Altäre solle darauf geachtet werden, dass dieser umschritten werden könne und auch gegen das Volk zelebriert werden kann. Aber weder das Konzil noch die bischöflichen Ordinariate hätten angeordnet, bestehende Altäre zu entfernen, umzubauen oder dem gottesdienstlichen Gebrauch zu entziehen. «Nun hat man mancherorts – in Gegenden mit ehrwürdiger Überlieferung – den Hochaltar ausser Gebrauch gesetzt und durch einen einfachen Tisch aus Holz mit einem Portatile für die Feier des heiligen Opfers ersetzt. (…) Wenn nicht das ausdrückliche kirchenrechtliche Verbot bestünde, ohne Zustimmung des Bischöflichen Ordinariates Kirchengüter zu veräussern [CIC Can. 1281 (CIC 1917)], wäre die Gefahr vorhanden, dass wertvolles Kulturgut infolge Nichtgebrauch verkauft würde.» Und der Berichterstatter beschliesst den Artikel folgendermassen: «Es beelendet den Besucher von Museen, wenn er kostbare Altäre, Bilder Tabernakel, Kelche und Monstranzen sieht, die ihrem heiligen Zweck entzogen sind. Die erneuerte Liturgie will nicht Unterbruch sondern Zusammenhang mit den früheren christlichen Jahrhunderten sein, denn die Kirche war immer der fortlebende Christus auf Erden.»
(ufw; vgl. H.T.: Hochaltäre, kirchliche Kunstsachen und Umgestaltung bestehender Kirchen, in: SKZ 133 (1965), Nr. 25, 305 f.)

28. Juni 2015 | 00:59
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!