Walter Ludin

Bilanz fünf Jahre B 16 (II.)

Was tun wir nun?Hier die weitere Analyse von H. Koeck (s. blog von gestern). Am Schluss sucht der Autor nach Konsequenzen. Das ganze ist traurig. Aber irgendwie auch ermutigend!!!
(6) Dieser religiöse Fanatismus ist von der Einbildung getragen, dass man der «heilige Rest» sei, auf den allein es ankomme, weil er allein Gottes Wille tut (ich erinnere an Bischof Küng: Wir laufen dem Zeitgeist nach, er folgt Chrtistus nach!) und der dazu berufen ist, als neuer Sauerteig die Welt zu verändern.

(7) Ratzinger und seine Gefolgsleute würden dementsprechend lieber in einer Art Götterdämmerung unter-, als von ihrer Linie abgehen (und das noch als den Willen Gottes ausgeben).

(8) Da wir in den letzten rund zweihundert Jahren eine ganze Reihe deratiger Fanatiker erlebt haben, die allesamt langfristig nicht reüssiert, sondern in ihrem (dem politischen) Bereich gescheitert sind und das Volk und den Staat in den Abgrund gerissen haben, steht zu erwarten, dass sich die Linie des Papstes auch im kirchlichen Bereich langfristig nicht durchsetzen wird. Bis dahin wird es aber jede Menge «verbrannter Erde» geben.

(9) Diese Analyse bestärkt mich in der Auffassung, dass wir zwar über den immer wieder eingeforderten Dialog den Druck auf die Amtskirche nicht verringern dürfen, sonst aber in der von uns angedachten Weise vorgehen müssen, nämlich durch Widerstand an der Basis und durch den Aufbau einer gelebten, auch ökumenisch offenen Kirche, die durch entsprechende Aktivitäten auch der Gesellschaft zeigt, dass der Glaube zum Leben der Menschen von heute nicht im Gegensatz steht, sondern ihm letzten Sinn gibt; und dass Glaube und Freiheit untrennbar zusammengehören.

(10) Der Papst führt gegen die moderne Welt einen «totalen Krieg»; er wird das Papstregime unweigerlich in eine Katastrophe führen, an deren Ende die «bedingungslose Kapitulation» steht. Das ist natürlich schwer einzusehen für einen Mann, der das Faktum seiner Funktion nicht als Folge «unserer Sünden» sieht, sondern mit der Berufung durch die «Vorsehung» verwechselt, solange er noch in der «Romschanze» die Realität ignorieren kann.

(12) Vielleicht braucht es die totale Niederlage, damit sich derlei Dinge in der Kirchge nicht wiederholen. Wünschenswert wäre, dass schon vorher ein Wunder geschähe. Aber darum können wir nur beten. Und natürlich im Widerstand arbeiten.

12. April 2010 | 14:58
von Walter Ludin
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