Biblische Leseordnung der Liturgie
Da waren die Mesmer des Kreises, der die Region St.Gallen und das Appenzellerland umfasst, bei uns zu Gast. Ich durfte als Ortspfarrer auch die Eucharistie halten.
Da nun hier fast nur Mesmer/innen anwesend waren, verwies ich auch auf die Leseordnung für die Werktagsgottesdienste, die sie alle ja kennen würden, und auf das harte Zusammenprallen der beiden Lesungen des Tages (es war exakt der Dienstag vor Aschermittwoch): Aus Tobit 2 der Bericht von Tobits Erblindung und von der von seiner Frau im Ärger aufgeworfenen Theodizee-Frage ohne eigentliche Antwort, aus Markus 12 die Frage der Gegner Jesu, ob dem Staat Steuern zu zahlen seien.
Ich denke, dass es einem seriösen Liturgen intellektuell-rational nicht möglich ist, aus solchen Lesungen eine gedankliche Synthese zu erstellen, die für die Einleitung, den Bussakt und die Fürbitten durchhält. Ich habe zwar (etwa auf der Homepage einer benachbarten Diözese) solche Werktagspredigt-»Versuche» entdeckt, aber sie taugten nur dann, wenn die eine der beiden Lesungen nur so quasi als Einstiegs- oder Ausstiegs-Zitat diente.
Immer wieder die selben Fragen: Ist es gut, dass die Leseordnung für die Werktage möglichst breite Teile der Bibel darbietet? Und darum, falls Ja: Wie gehen wir damit maximal seriös um?
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