Bewusstes Missverstehen II
Willigis Jäger beschäftigt sich in seinem Artikel mit den grundlegenden Mythen, die den Weltreligionen zugrunde liegen, explizit dann mit den beiden Mythen der Gottessohnschaft und der Himmelfahrt. Hat er mit diesem Artikel wirklich vor, die Unterschiede zwischen Buddhismus und Christentum einzuebnen, wie die Anordung der beiden Artikel durch Hartmut Meesmann und dessen Verwendung der Verben «relativieren» und «verneinen» in der Einleitung ahnen lässt?
Ich glaube nicht, dass Jäger mit diesem Artikel (man kann ihm dies ja an anderen Orten und Stellen unterstellen),»relativiert» bzw. «verneint», dass es klare historische Unterschiede zwischen Jesus und Buddha gibt. Wenn er im Blick auf ihre Lehre im Schlussabschnitt, in dem er wertend, bewertend wird, sagt, dass beide «dieses Zeitlose, Ungeborene und Unsterbliche» verkündet haben, bleibt er so allgemein, dass man ihm dies doch sogar vorhalten kann. Auch von Mohammed könnte er Solches sagen. Ergo: Die Schlussfolgerung bleibt fast zu blass. Meesmann schiesst irgendwo ins Leere. Und wenn Jäger urplötzlich formuliert, dass «keine Theologie» dem Menschen den Sinn seines Lebens in einem zeitlosen Universum deuten kann, dann wird er wohl auch von östlichen Denkern/innen kritisch beäugt.
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