Beten mit neuen Worten
Ich erinnere mich daran, dass mir Menschen, die ins Ausland gezogen sind und gezwungenermassen eine neue Sprache lernen mussten, sagten: Beten tue ich immer noch in meiner Muttersprache.Seit ich in Schweden wohne, habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Ich versuche hin und wieder ein Gebet auf schwedisch zu formulieren – es hörts ja meistens keiner.
Ich wechsle mit meinem Gottesdienstbesuch zwischen englischer und schwedischer Messe ab. Seit allerdings das neuen Messbuch in der englischen Messe gebraucht wird, gehe ich nicht mehr so gerne hin. Denn nun muss auch ich die Messe (ab)lesen. Die Texte und Antworten in der Liturgie sind überarbeitet worden und es heisst jetzt nicht mehr: The Lord be with you (der Herr sei mit euch) -»and also with you», sondern «and with your spirit». Auch die Akklamation nach dem Einsetzungsbericht ist neu. Was einmal verinnerlicht war, ist nicht mehr und muss mühsam gelernt und abgelesen werden.So ziehe ich die Messe in schwedisch vor, weil ich die Antworten mittlerweile kann und mich im Vertrauten wohl fühle —-DENKSTE. Nun ist auch das schwedische Messformular neu übersetzt worden, die Antworten sind neu und anders. Ab 2. Februar wird hier mit dem neuen Messformular gefeiert. Was ich gerade gut eingeübt hatte, muss wieder neu gelernt werden. Und die liturgische Sprache kommt mir bisweilen sehr künstlich vor.
Bin gespannt wie es den Blogleserinnen und Blogleser ergeht, wenn dann einst das neue deutsche Messformluar eingeführt wird. Ich jedenfalls fühle mich plötzlich einer Vertrautheit beraubt und das macht unsicher. Wäre doch alles nicht nötig, oder?
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