Konzilsblogteam

Bedenken gegenüber der Ökumene

Wie in den letzten Tagen gesehen, macht die Ökumene schon während des II. Vatikanischen Konzils grosse Schritte nach vorn. Das Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen unter Leitung von Kardinal Augustin Bea ergreift in verschiedenen Richtungen – bilateral und multilateral – die Initiative.
Zugleich melden sich bereits damals Stimmen, die sich kritisch und skeptisch gegenüber dieser ökumenischen Öffnung äussern. Anfang Juni 1965 erscheint in einer amerikanischen Wochenzeitung ein Artikel, in dem der Autor H.M. Kellner die Gefahr einer «Protestantisierung» Roms befürchtet. Der Artikel verbreitet sich rasch in italienischer Übersetzung unter den Konzilsvätern.
Innerhalb des Sekretariates für die Einheit tritt Charles Boyer als Warner auf. Er hatte sich schon vor dem Konzil für ökumenische Kontakte eingesetzt und dafür in Rom das Foyer Unitas gegründet. Zwischen ihm und den Beobachtern der reformatorischen Kirchen herrschte jedoch eher Misstrauen (vgl. Co 2,263), und auch Boyer publiziert in der ersten Jahreshälfte 1965 Artikel, die ihn eher als Vertreter einer Rückkehrökumene ausweisen.
(emf; vgl. A 4,716f)

25. Mai 2015 | 00:14
von Konzilsblogteam
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