Markus Baumgartner

Beat Fasnacht: Bibel, Brot und Bordeaux

Er ist ein Pionier, der viele Firmen gegründet hat, und seit Jahren ein Sozialunternehmer: Als jüngstes Projekt hat Beat Fasnacht ein Wellness- und Fitnesscenter für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen ins Leben gerufen. Seine Motivation basiert auf seinem christlichen Glauben. 

«Eine gute Bekannte von mir war einmal ein Verdingkind und heute eine liebenswerte ältere Dame, die sich eines Tages einfach nicht mehr gewaschen hat», erzählt Sozialunternehmer Beat Fasnacht. «Ich habe sie sehr gerne gehabt». Fasnacht handelt, und baut ein Körperpflegezentrum für Senioren und Menschen mit einem Handicap in Galmiz FR. Das ist nur einen Steinwurf von einem schönen Restaurant entfernt, das ebenfalls Beat Fasnacht gehört, schreibt Radio SRF, welche ihn sowie Schiffs-Kapitänin Corinne Stauffer zur Sendung «Persönlich» eingeladen hatte. 

Herz und Hand

Auch hier steht der Profit nicht im Vordergrund: Beat Fasnacht bekennt sich zum christlichen Glauben – nicht nur in Worten, sondern mit Taten. Beat Fasnacht wurde sich früh bewusst, dass er als Unternehmer in einer sozialen Verantwortung gegenüber Menschen, die nicht auf der «Schoggiseite» geboren wurden, steht. Der Tod seiner ersten Frau und Herausforderungen in seiner zweiten Ehe haben ihn zum Glauben und zum Sozialunternehmer geführt. Dabei ist ihm Handeln deutlich wichtiger als Missionieren, schreibt Radio SRF. Der gelernte Chemielaborant Beat Fasnacht ist heute 70 Jahre alt und fit wie ein Turnschuh, auch wenn er frühere Sportarten wie Squash oder Laufen nicht mehr ausüben kann. Dafür spielt der dreifache Vater heute leidenschaftlich Golf. 

Er ist schon früh als Entrepreneur eingestiegen: Ihm gehörten viele Unternehmen, so eine Firma für Hygienekontrolle und medizinische Diagnostik. Über seine Stiftung «deStarts» engagiert er sich mit Herz und beiden Händen für Menschen mit einem Handicap. Die beiden Gütesiegel «Safety in hygiene®» und «Hygienepass» wurden von ihm gegründet. Beat Fasnacht war im 2012 Gewinner des Hauptpreises der Schweizer Social Entrepreneurship Foundation (SEF).

«Täter des Wortes» 

Beim Thema christlicher Glauben sieht sich Beat Fasnacht vor allem als «Täter des Wortes» – wohlwissend, dass er dabei täglich neu herausgefordert ist. In diesem Zusammenhang ist er oft als Referent tätig, namentlich zu Themen wie Social Entrepreneurship, Adipositas, Internet-Rollen-Spielsucht und Berufsintegration von Jugendlichen sowie über das gesunde Leben für älter werdende Menschen. 

Eine Ehekrise brachte Beat Fasnacht zum christlichen Glauben. Eigentlich wollte er ausziehen, erzählte er im «Persönlich» von Radio SRF. Sie waren zusammen in einem Hauskreis, wo sie über Jesus sprachen und ihn eher ärgerte. Er war bei Pfarrer Brechbühl in den Konfirmationsunterricht gegangen und fühlte sich für das Leben genug gerüstet. Doch in den Ferien fanden sie am Schluss den Autoschlüssel nicht mehr. Seine Frau betete zum ersten Mal und fand innerhalb von zwei Minuten den Schlüssel in einem Komposthaufen. Danach konnten sie zusammen beten. Das war der Anfang seines Interesses am christlichen Glauben: «Jesus, wenn es dich gibt, will ich dich kennenlernen», betete er. Seither ist er 36 Jahre verheiratet. «Es ist enorm viel passiert», sagte er am Radio SRF. Mit «Bibel, Brot und Bordeaux» könnte man das Leben von Beat Fasnacht umschreibe. So lautete vor drei Jahren der Titel eines Talks mit ihm im Rahmen einer ökumenischen Ausstellung zur Bibel in der Pfarr-Schür Gurmels.

Bilde Quelle Radiofr.ch
7. September 2020 | 18:09
von Markus Baumgartner
Teilen Sie diesen Artikel!