Walter Ludin

Bald ist es so weit

Beichte zur österlichen ZeitBekanntlich sind –offiziell!- alle Katholiken verpflichtet, zur Osterbeichte zu gehen. Was würde geschehen, wenn alle sich daran halten würden? Aus einer Zuschrift die österr. Laien-Initiative:
Beispiel Diözese Linz, ca. 1 Mio. Katholiken, 390 ausübende Seelsorger. Das kirchliche Leben kann nur funktionieren, wenn man erstens eine intensive Mitarbeit der Laien einfordert und ihnen die nötigen Rechte zubilligt, und zweitens, wenn man insgeheim damit rechnet, dass die 1.000.000 Katholiken zwar die Kirchensteuer zahlen, aber zu 90% auf die damit eingekauften Rechte der Teilnahme an den Gottesdiensten und Sakramenten verzichten. Ohne diesen Verzicht würde es schlimm aussehen, wie folgendes theoretische Beispiel zeigt:Von den 1.000.000 Katholiken wollen 900.000 (kleine Kinder und sehr Alte abgezogen) von ihrem Recht (ihrer Pflicht?) Gebrauch machen und zur Osterbeichte gehen. Eine Ohrenbeichte unter 10 Minuten ist nicht sinnvoll, wenn etwas im therapeutischen Sinn verbessert werden soll. Den Ärzten, die ja nur für die Heilung leiblicher Krankheiten zuständig sind, wirft man vor, dass sie sich nicht genug Zeit nehmen. Die Seelsorge aber bräuchte noch viel mehr Zeit.Somit kommen auf 1 Priester 6 Beichtwillige pro Stunde.900.000/6=150.000 Stunden. 150.000/390= 385 Stunden Beichthören pro Priester zur österlichen Zeit.Diese dauert etwa 10 Wochen, somit müsste jeder Priester 38,5 Stunden pro 7-Tage-Woche im Beichtstuhl sitzen, eine Ganztagsarbeit – 8 Stunden im Tag, 10 Wochen lang. Selbst wenn jemand das machen wollte, müsste er vorher die Termine wie ein Zahnarzt einteilen.———————————-Wie sagte doch ein Pfarrer, der eine kleine Kirche hatte: «Wenn alle in die Kirche gehen, gehen nicht alle hinein. Wenn aber nicht alle in die Kirche gehen, gehen alle hinein.»Noch was: Welcher Priester trauert den «guten alten» Beichtzeiten nach. Meine ältern Mitbrüder mussten jeweils in Landpfarreien zu zweit morgens früh, um 5 Uhr oder noch früher, in den Beichtstuhl. Mein «Rekord»: In einer dt.sprachigen Pfarrei von Freiburg i. Ue. hörte ich von 13 Uhr bis 18 Uhr ununterbrochen Beichte.

9. März 2012 | 01:10
von Walter Ludin
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