Ausflug nach Monte Cassino
Sonntag, 3. März 1963 – ein Tag der Entspannung. P. Yves Congar wird von Kardinal Charles-Joseph Lefebvre und den Bischöfen Joseph Martin und Gabriel-Marie Garrone eingeladen, sie auf einem Ausflug nach Monte Cassino zu begleiten.Die Abtei war nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut worden – und Congar, Mitglied eines Bettelordens, ist angesichts der Fülle von Marmor, Stuck und Vergoldungen irritiert. Wohl würdigt er, dass hier die sterblichen Überreste der Heiligen Benedikt und Scholastika aufgehoben und verehrt werden, ebenso wie die Mauern des ersten Oratoriums Benedikts. Er weiss, dass sich von hier aus das westliche Mönchtum ausgebreitet hat. Doch dass die heutigen Mönche ein «Schmuckkästchen [écrin] von grossem Luxus für die Reliquien der Armut» bauen, weckt ihm Fragen: «Ist das legitim?» (Co 1,334). Auch als das rote Käppchen des Kardinals Türen ins Innere öffnet und den Besuchern nicht nur eine Führung, sondern auch einen Kaffee in der Wohnung des Abtes verschafft, bleibt Congars Unbehagen. Er sieht ein Vorzimmer mit vergoldeten Sesseln und «NICHTS, was monastisch wäre» (Co 1,335).Am Schluss aber überwiegt die Dankbarkeit für einen «wunderbaren Tag der Entspannung, in einem unerhört schönen Licht» (Co 1,335).(emf)
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