Aus innerster Betroffenheit mitten hinein
In diesem an neuen und spannenden Publikationen reichen Gedenkjahr legt der Winterthurer Pfarrer und Gründer der Stiftung Schleife, Geri Keller, ein Büchlein über Niklaus von Flüe vor, das über 2017 hinaus Bestand haben wird. «Der Name Jesus sei Euer Gruss» lautet sein Titel und nimmt damit die von Bruder Klaus im Berner Brief selbst verwendete Grussformel auf.
So harmlos wie der Berner Brief anfängt, so bescheiden gibt sich das Büchlein, dessen inneres Gewicht, dessen nachhaltige Schwere sich jedoch schnell erschliesst. Einen «Thesenanschlag Gottes» nennt der begnadete Prediger den Ranfteremiten, weil er nahe seiner Familie und seiner Freunde während 20 Jahren ein lebendes Mahnmal für ein anderes Leben, ein auf Hinwendung ausgerichtetes Leben war.
Hunger nach wirklicher und natürlicher Gotteserfahrung
Ja, Niklaus von Flüe stand und steht für einen anderen Weg. Er hatte Zugang zu einer inneren Welt. Auch wenn, wie Geri Keller betont, wir nur an der Schwelle zu dieser visionären Welt stehen, so gelingt ihm doch meisterhaft, uns an das Geheimnis seiner grossen Visionen heranzuführen und uns bei der spannenden Spurensuche nach seinem «Einig Wesen» an der Hand zu nehmen. Deutlich wird in seinen Ausführungen nicht nur die grosse Bedeutung lebenslanger Meditation als Türe zum innersten Herzen Gottes, sondern auch sein unstillbarer Hunger nach wirklicher und natürlicher Gotteserfahrung, nach der Liebe Gottes. Geri Keller attestiert diesem «wahren Heiligen», diesem «ökumenischen Heiligen», einen «Morgen-glanz reformatorischer Erkenntnis». In ebenso deutlichen und prägnanten Worten erläutert er die Herzensbeziehung des Suchenden zu «Unserer Lieben Frau».
Bis heute bewegt Niklaus von Flüe Menschen in ihrem Innersten. Wer das Büchlein von Geri Keller liest, versteht warum, denn er schreibt als Betroffener, «der bezeugt, welche Bedeutung Leben und Vorbild dieses Heiligen» in seinem Leben bekommen haben. Es ist sein «Herzens- oder Liebesbekenntnis zu Bruder Klaus». Dabei findet er als Frucht einer lebenslangen Beschäftigung sowohl die richtigen Worte wie meisterhafte Bilder, um uns diesen bis heute höchst aktuellen und sperrigen Menschen des 15. Jahrhundert näher zu bringen.
Roland Gröbli
Literaturhinweis:
Geri Keller: Der Name Jesus sei Euer Gruss. Bruder Klaus – Ein Thesenanschlag Gottes. (Schleife Verlag) Winterthur, CHF 22.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.



