Auch «Wirtschaftsflüchtlinge» aufnehmen?
Auch für viele, die durchaus für eine «Willkommenskultur» sind, ist klar: Wirtschaftsflüchtlinge haben bei uns nichts zu suchen. Ist es wirklich so einfach? Zwar ist es schon fast ein Jahr her, seit deutsche Sozialethiker Asyl auch für «Armutsflüchtlinge» verlangten. Dennoch lohnt es sich, ihre Argumente anzuschauen (aus einer Meldung von kath.ch:)
Die katholischen Sozialethiker Hans Tremmel und Martin Schneider halten nichts von der Abgrenzung zwischen politisch Verfolgten und Wirtschafts- oder Armutsflüchtlingen. Leib und Leben würden nicht nur durch Verfolgung und Folter bedroht, «sondern auch durch Armut und Hunger», heisst es in einem Beitrag in der Internationalen Katholischen Zeitschrift «Communio». Es gehe um elementare Daseinsansprüche und damit um Menschenrecht. Deshalb sei es notwendig, den Flüchtlingsbegriff auszuweiten.
Der Leidensdruck könne sehr subjektiv sein, warum Menschen auf ungünstige politische, wirtschaftliche, soziale, demografische und ökologische Bedingungen mit Migration reagierten, schreiben die Theologen. «Objektiv aber verbindet sie die Hoffnung auf ein besseres Leben fern der Heimat.» Deshalb werde die strittige Frage sein, «ob Not ein für das Asylrecht oder den Flüchtlingsschutz hinreichender Fluchtgrund ist.»
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