Heinz Angehrn

Auch in der Provinz

Kurzer Nachtrag zum Thema Opern-Inszenierungen: Der Humbug, mit einer einfach irgendwie queren Inszenierung die Erwartungen der Besucher/innen zu narren, wird inzwischen auch in der Provinz betrieben. Selbst dort meint die Direktion, mit solchen Produktionen punkten zu können und übersieht, dass sie es nur den treuen Abonnenten/innen verdankt, dass solche Aufführungen gut besucht sind.
So inszenierte etwa Frau Rosetta Cucchi in St.Gallen «Rigoletto». Da nun gemäss Libretto Rigoletto Hofnarr ist, verlegte sie die ganze Geschichte kurz entschlossen in den Zirkus. Da verflucht Monterone Rigoletto im Zirkus, da wird im Zirkus in das Haus Rigolettos hineingeklettert, da bietet Maddalena im Zirkus ihren Dienste an, da opfert sich Gilda im Zirkus, und eine kleine Zirkusprimaballerina trippelt durch die ganze Handlung.
Solche Produktionen sind lächerlich und ihr Geld nicht wert. Kaufen wir besser die DVD mit Jean-Pierre Ponnelles Verfilmung, zumal dort ein noch fitter Luciano singt!
(PS: Ich unternehme zwei Versuche in St.Gallen diese Saison: Finta giardiniera und Ariadne. Let’s see.)

15. Oktober 2012 | 09:02
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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