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Angst vor dem Kommunismus – blind vor Diktaturen?

Im Unterschied zu den brasilianischen Eingaben beschäftigten sich nur wenige lateinamerikanische Bischöfe mit dem bereits damals so wichtigen Problem der Verarmung eines wachsenden Teils der Bevölkerung. Die sie unmittelbar berührende, konkrete Situation war nach bischöflicher Meinung nicht ein von ihnen auf dem Konzil zur Sprache zu bringendes Anliegen. Viele wurden von der Angst vor dem Kommunismus herumgetrieben, den sie verurteilt wissen wollten, obwohl er weder auf den lateinamerikanischen Strassen noch bei den Wahlen je eine ernsthafte Bedrohung bedeutete. Die Tatsache, dass er so streng verurteilt wurde, lässt sich vor allem durch das Schreckgespenst der kubanischen Revolution (1959) erklären, die stattfand, kurz bevor die meisten lateinamerikanischen Bischöfe ihr Votum abschickten. Diktaturen hingegen wurden kaum kritisiert, obwohl sie nicht immer zimperlich mit der Kirche umsprangen. So hatten die Bischöfe Paraguays offenbar keine Schwierigkeit damit, von der damaligen Regierung Stroessner finanzielle Unterstützung zur Reise nach Rom anzunehmen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Der US-amerikanische Bischof Francis Thomas Reilly von dem Redemptoristen-Orden (C.Ss.R.), der in der Dominikanischen Republik des Diktators Rafael Trujillo verfolgt wurde, griff dieses Thema fast als einziger auf.(Giancarlo Collet)

19. August 2012 | 07:24
von Konzilsblogteam
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