Konzilsblogteam

Am Gedenktag des hl. Franziskus: ein Votum für die Kirche der Armen

Die Kirche lebt ihre Präsenz in der Welt, und zwar in der ganzen Welt vor allem durch das Zeugnis des Evangeliums vor allen Menschen und durch den Dienst, insbesondere an den Kleinen, Demütigen und Armen: So intoniert am 3. Oktober 1963 Kardinal Giacomo Lercaro ein Thema, das in den Folgetagen wiederholt aufgenommen wird. Am 4. Oktober 1963, auch zur Konzilszeit Gedenktag des hl. Franziskus von Assisi, bezieht sich Bischof Pierre Gerlier auf die Konzilsrede Lercaros aus der ersten Konzilssession und dessen Rede vom Vortag zurück, um zu unterstreichen: «Das Mysterium Christi ist in der Kirche, aber heute ist das Mysterium Christi vor allem in den Armen» (AS 2/2,68). Und wenn die Kirche auch die Kirche aller sei, so sei sie doch vor allem die Kirche der Armen.
Deswegen schlägt Erzbischof Gerlier eine Einfügung in den Text vor, die allen, die auf der ganzen Welt unter Armut leiden, zusichert, dass sie an der Liebe Christi und der Kirche in hervorragender Weise Anteil haben. Ergänzt werden solle auch eine Erläuterung dafür: Das Fundament jener Bevorzugung sei das Mysterium Christi, der sich selbst mit den Armen identifiziert hat.
In LG 8 wird es heissen: «Christus wurde vom Vater gesandt, ‹den Armen frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die bedrückten Herzens sind› (Lk 4,18), ‹zu suchen und zu retten, was verloren war› (Lk 19,10). In ähnlicher Weise umgibt die Kirche alle mit ihrer Liebe, die von menschlicher Schwachheit angefochten sind, ja in den Armen und Leidenden erkennt sie das Bild dessen, der sie gegründet hat und selbst ein Armer und Leidender war. Sie müht sich, deren Not zu erleichtern, und sucht Christus in ihnen zu dienen».
(emf)

4. Oktober 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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