Walter Ludin

Am Anfang war es nicht so

Gefährliche ErinnerungBekanntlich ist es ein zentrales Anliegen meines Blogs, daran zu erinnern, was in der Bibel steht und diese Befunde den Verhältnissen in der real-existierenden kath. Kirche gegenüberzustellen. Walter Kirchschläger ist ein Meister solch «gefährlicher Erinnerungen». Der Grund, warum er den diesjährigen Herbert Haag-Preis bekommen hat. Hier weiter in seiner Dankesansprache:
«Von Anfang an» – so muss dem immer neu mit aller Vehemenz entgegengesetzt werden – «von Anfang an war es nicht so» (Mt 19,8). Paulus ermahnt die Christinnen und Christen Galatiens mit Vehemenz dazu, solchen Entwicklungen entgegen zu treten: «Zur Freiheit hat euch Christus befreit. Steht also nun fest und lasst euch nicht wiederum durch ein Joch der Sklaverei vereinnahmen» (Gal 5,1). Dem von Paulus genannten Paradebeispiel der Beschneidungsvorschrift könnten wir unzählige aktuelle Unterdrückungsmechanismen hinzufügen: Unterbundene Vielfalt in Lehrfragen, weltweit normierende Vorgaben in Strukturfragen, zentralistische Bischofsernennungen, Nihil-obstat-Verfahren, monokulturzentrierte Messbuchübersetzung usw. Lesen Sie dazu das unmissverständliche Verdikt, das Paulus aus solchen Praktiken der Unfreiheit folgert: «Dann wird euch Christus nichts nützen» (Gal 5,3). Für Paulus ist die Sache sehr ernst. «Gerechtmachung» – wie er mit einem seiner Lieblingsbegriffe sagt, «habt ihr im Geist des Glaubens und der Hoffnung erhalten» (Gal 5,4).
Dringende Leseempfehlung: Ich möchte hier dringend auf den gestrigen Kommentar von Fritz P. Schaller hinweisen mit dem Link auf einen höchst lesenswerten Artikel über das jüngste Bespiel von wucherndem römischen Zentralismus!!!

21. Mai 2011 | 01:00
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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