Walter Ludin

«Alternative Priester»: eine Möglichkeit auch für den Papst!

Es gibt durchaus Alternativen zum hauptamtlichen, akademisch ausgebildeten, zölibatär lebenden Priester. Wie ich kürzlich in einem Streitgespräch feststellen musste, schliessen viele heisse Verfechter des Zwangszölibates die Augen davor. Doch Papst Franziskus sieht hier durchaus eine Möglichkeit, wie Bischof Erwin Kräutler in einem Interview verriet:
90 Prozent der Gemeinden in Kräutlers Diözese sind priesterlos, haben folglich keine regelmässigen Eucharistiefeiern. 70 Prozent aller Gemeinden erleben nur drei- oder viermal im Jahr eine katholische Messfeier. Papst Franziskus sei diese Problematik sehr bewusst. Der Papst, so Kräutler, sympathisiere mit Ideen des deutschen Bischofs Fritz Lobinger, der in Südafrika wirkte. Dessen Gedanken laufen darauf hinaus, dass jede Gemeinde drei «Älteste» wählt – Männer, aber auch Frauen -, die kirchlich beauftragt werden, am Sonntag der Messfeier vorzustehen, unter der Woche aber gewöhnlichen Berufen nachgehen. «Theologisch gibt es dagegen keine Einwände, das ist ein Frage des Kirchenrechts», sagt Kräutler. Der Zölibat sei durchaus sinnvoll, betont Dom Erwin, «aber um der Eucharistie willen soll es auch einen anderen Priestertyp geben. Das wird so kommen, und es wird nicht mehr lange dauern. Davon bin ich überzeugt.»

17. November 2014 | 01:49
von Walter Ludin
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