Als die Hlevetier von Cäsar «zurückgeschafft» wurden
Asylpolitik zwischen Traum und Wirklichkeit: Dies ist der Titel einer Glosse, die mein Mitbruder Paul Hinder, Bischof von Südarabien (Emirate usw.) auf meine Vermittlung hin für kath.ch verfasst hat. Sie ist sehr originell – und äusserst aktuell.
In den vergangenen Monaten habe ich mich bei Kommentaren zum Thema «Flüchtlinge» oft gefragt, wie es den alten Helvetiern zumute gewesen sein muss, als sie vom siegreichen Cäsar in ihre von ihnen selbst verbrannte Heimat zurückgeschickt wurden (falls die Geschichte stimmt). Manchmal ging mir auch durch den Kopf, warum denn unsere Vorfahren, die Alemannen, irgendwo aus dem Osten westwärts gezogen sind und die damaligen Einwohner der jetzigen Deutschschweiz die Eindringlinge nicht aufhalten konnten. Vermutlich hatten sie schlicht nicht mehr die Kraft und Macht dazu. Das Gedankenexperiment tut gut, weil es uns daran erinnert, dass ausnahmslos wir alle im Stammbaum einen Migrationshintergrund haben (inklusive Kriminelles, das sich unsere Vorfahren auf dem Weg in ein neues Territorium geleistet haben).
Die meisten von uns überkommt ein ungutes Gefühl beim Anblick der Bilder von Flüchtlingen, die sich risikobereit auf den Weg machen, um einer Welt zu entfliehen, in der es kein Leben und Auskommen zu geben scheint. Sie haben oft das letzte Vermögen an Schlepper bezahlt und den Versprechungen geglaubt, die ihnen ein neues Paradies in Aussicht stellten. Mitleid kommt hoch, aber auch Angst: vor der Kriminalität die mitwandert, vor der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, vor dem Verlust der Identität, vor Platzverlust und vor manchem mehr.
Was tun? Angst ist wohl auch hier ein schlechter Ratgeber. Wir werden uns ganz realistisch damit abfinden müssen, dass die Migration von Menschen, die das angestammte Zuhause verlassen, so schnell nicht aufhören wird.
Fortsetzung folgt am Montag
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