Heinz Angehrn

Akzidenzen

Nochmals zu den letzten nicht dürftigen Gedanken inmitten einer Zeit, in der alle Welt sich nach dem mit Honig billiger Erklärungen geschmierten Babyschnuller sehnt und in der Rufer wie RB einsam wie Säulenheilige stehen (der übrigens anmerkt, dass die Sehnsucht nach dem Schnuller «mit Vorteil und Gewinn» motiviert ist und nicht aufgezwungen wurde – vgl. das hier schon geschilderte Verhalten so farbenfroher Gruppen wie der SVP, der katholikal Altgläubigen und der NRA in den USA):
Die letzten Worte sind die, die bleiben. Die setzt man mit Bedacht. Und so formuliert RB in der durchaus bewusst wild geordneten Reihe seiner Akzidenzen: «Nur weil das Gegenteil meist auch richtig ist, ist es deswegen nicht wahrer.» Da steht der arme Dialektiker-Tor, denkt, wie wahr sich das bei Altmeister Hegel anfühlt, wie lebendig plötzlich Roger Köppel vor dem geistigen Auge auftaucht und wie schwierig es ist, pralles Leben der Dürftigkeit entgegen zu setzen.
Vgl. Tractatus logico-philosophicus 6.54: Die Leiter wegwerfen, die man hinaufgestiegen ist; die eigene These und Antithese überwinden; eintauchen ins grosse Schweigen.

17. Januar 2013 | 16:11
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!