Konzilsblogteam

Ab in die Druckerei

Die Koordinierungskommission, dazu gegründet, die Arbeit an verschiedenen Entwürfen für Konzilsdokumente zusammenzuführen, versammelt sich am 11. Mai 1965 im Blick auf die vierte Konzilssession. Auf dem Programm stehen allerdings lediglich das Dekret zum Thema Mission sowie die Pastoralkonstitution.
Es ist Kardinal Léon-Joseph Suenens, der einen Bericht über den Stand der Arbeiten zur Pastoralkonstitution gibt. Er gibt – anhand von Notizen, die von Haubtmann stammen – Hinweise, die für die Diskussion in der Konzilsaula wichtig sein würden, v.a. zu den Adressaten, zum Stil sowie zur Länge des Dokumentes. Er hält es für gut, es in der Konzilssession bei einer kurzen Diskussion zu belassen.
Nachdrücklich schlägt er eine Einstufung des Textes als «Pastoralkonstitution» vor, was nicht bei allen auf Gegenliebe stösst. Der Begriff «Konstitution» besage etwas «Verpflichtendes auf Ebene der Lehre», was Pericle Felici, Sekretär der Koordinierungskommission, für diesen Konzilstext nicht befürwortet. Auch bei anderen Fragen inhaltlicher Art hat er Bedenken und wird deswegen bei Papst Paul VI. vorstellig werden. In der Kommission bleibt ihm nur die vage Angabe, dass nun nichts mehr zu tun sei, als den Text «in die Druckerei zu geben und ihn, falls der Papst einverstanden ist, an die Konzilsväter abzuschicken» (zit. ini A 4,713).
(emf; vgl. A 4,708-714)

13. Mai 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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