Konzilsblogteam

Fesquets Journal: Andere Töne bei Dom Helder Camara

Weder die höfliche Distanz noch der ironisch kritische Unterton, sondern eine ganz herzliche Würdigung dann bei Dom Helder Camara: Zwar könnte man meinen, Fesquet freue sich an ihm zugesteckten Indiskretionen, aber um das gehe es ihm nicht: In einer Sprache, die die Leserinnen und Leser wirklich für religiöse und kirchliche Fragen begeistern könne, zeige er uns auf, wie gut seine inneren und geistigen Antennen auf die Zeichen der Zeit und damit auf den Plan des Konzils eingestellt waren. Und diese «indiscrétions» – so Camara – seien wohl Bestandteil des Plans der Vorsehung gewesen.
Ein Beispiel aus den Eintragungen vom 25.September 1963 möge dies bestätigen. Fesquet fasst in dieser Zeit die erste Session zusammen und würdigt den Übergang von Johannes XXIII.  zu Paul VI. Er betrachtet neben einer psychologischen «déblocage», die sich vor allem Inneren der Kirche in dieser Zeit ereignet hat, das neu erwachte Selbstbewusstsein der Bischöfe («ils ont repris conscience de leurs droits et de leurs pouvoirs») , die nun in eine Verantwortung für die Gesamtkirche genommen seien, als wichtigste Veränderung. Wie viel Angst zu Beginn des Konzils bei den Bischöfen geherrscht hatte, zeigt ein Originalzitat, dessen Verfasser Fesquet wohlweislich verschweigt: «Je ne crains pas Pierre, mais son secrétariat»!
(Heinz Angehrn)

29. Juli 2013 | 00:09
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!