Kardinal Laurean Rugambwa
Der erste afrikanische Kardinal, Laurean Rugambwa von Bukongo/Tansania, gehört als 50jähriger zu den jüngeren Konzilsvätern; er wird Präsident des sich organisierenden panafrikanischen Sekretariates sein. Henri de Lubac, der am 16. Oktober 1962 die einziehenden Kardinäle sieht, hält ihn für den «schönsten von allen» («le plus magnifique de tous»: Lu 1,119). Er halte sich in ziemlich hieratischer Haltung, die Hände gefaltet, gerader Oberkörper, ruhig, unbewegt, mit dem Aussehen eines «grand seigneur». Am 31. Oktober 1962 schreibt Lubac nochmals: «Kardinal Rugambwa an seinem Platz ist immer noch schön» (Lu 1,200). Rugambwa selbst, so hört Lubac, erfährt sich als Zielscheibe der Fotografen.
In der Konzilsaula meldet er sich mit dezidierten Voten zu Wort. Als im Rahmen der Liturgiedebatte auch die liturgische Musik zum Thema wird, fragt er, wer denn entscheiden solle, was passt oder nicht passt. Die liturgischen Kommissionen könnten dies nicht ohne Berater aus den Regionen tun. Es gelte, afrikanische Musik zu komponieren (AS 1/2,592f). Entsprechend erfreut ist Dom Helder Camara, dass Kardinal Rugambwa in die nachkonziliare Kommission für die Liturgie gewählt wurde, «car il se bat pour l’Afrique» (CaLe 429).
Bereits am 14.4.2013 begegneten wir ihm in einem Vorausblick auf die zweite Konzilssession: Im Namen der afrikanischen Bischöfe plädiert er für die baldige Gründung eines Leitungsrates der universalen und ganzen Kirche. Die Nachgeschichte dieses Blogbeitrags wird morgen erzählt.
(emf)
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