Konzilsblogteam

Nicht nochmals von vorn anfangen

Seit der ersten Diskussion des Entwurfstextes zu Lumen Gentium in der Konzilsaula Anfang Dezember 1962 sind mehrere Monate vergangen. Der erste Entwurfstext wurde durch eine von Gérard Philips erstellte Alternativversion (vgl. 21.2.2013  und 28.3.2013) abgelöst, diese wiederum ist diskutiert und überarbeitet worden. Offen ist im Sommer 1963, wie das Konzil darauf reagieren wird. Immerhin hatten auch andere Gruppierungen, zum Beispiel die chilenischen oder die französischen Bischöfe, jeweils Alternativentwürfe ausgearbeitet, die sie ungern beiseite lassen würden. Doch was würde es bedeuten, wenn man nochmals wieder von vorn anfangen müsste?
Am 8. August 1963 schreibt Gérard Philips an Carlo Colombo, den persönlichen Theologen Pauls VI.: «Ich persönlich hoffe, dass sich nichts ändert an der Art und Weise, wie das Schema seinen Weg gemacht hat. Andernfalls könnten wir gezwungen sein, unaufhörlich wieder neu anzufangen. Selbstverständlich bedarf es noch einiger redaktioneller Änderungen. Es wäre zu wünschen, dass die neue Sitzungsperiode des Konzils unverzüglich die Arbeit am Schema über die Liturgie zu Ende bringt und sich dann mit De revelatione und De Ecclesia befasst, d.h. mit den Teilen, auf die man am meisten wartet und die ohne allen Zweifel die wichtigsten sind. Vielleicht wäre es nützlich, wenn der Heilige Vater wissen liesse, dass der Text der Theologischen Kommission, der die von Kardinal Suenens angegebenen Umstellungen vermittelt, als Basis der Beratungen und Beschlüsse des Konzils dienen muss. Verbesserungen kann man dann immer noch vorschlagen. Aber wenn man weiterhin völlig neue Bearbeitungen zur Debatte stellen lässt, werden wir nie zu einem Ende kommen. Ich stelle diese Überlegungen Ihrem hellsichtigen Urteil anheim» (zit. A 3,55 Anm. 181).
(emf)

8. August 2013 | 00:05
von Konzilsblogteam
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