«Vertraulich»
Es gibt Situationen, in denen man hautnah spürt, dass Geschehenes nicht rückgängig zu machen ist. Die Zeilen, die Yves Congar Anfang August 1963 in sein Tagebuch einträgt, machen eine solche Situation nachvollziehbar. Siedend heiss muss es ihm eingefahren sein, als er realisiert, dass er versehentlich zwei vertrauliche Texte an ein Pressebüro geschickt hatte.
«Mein Text, der zwei geheime Dokumente betrifft und sich nur an die [französischen] Bischöfe richtet, ist an Journalisten gegangen […]. Die Presse wird all das verbreiten. Ich werde die Ursache einer enormen Indiskretion sein, einer Öffentlichkeit, die nichts wird rückgängig machen können» (Co 1,389). Um den Schaden zu begrenzen, schreibt Congar einerseits an das Pressebüro, andererseits an den Jesuitengeneral und an Pater Sebastian Tromp, um die Sache zu erklären. Er rechnet sogar damit, als Sanktion nicht mehr als Konzilsberater wirken zu dürfen.
Wenige Tage später klärt sich die Sache. Es scheint, als seien die vertraulichen Texte doch nur an die Bischöfe gegangen.
(emf)
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