John F. Kennedy in Privataudienz
Giovanni Battista Montini kannte John F. Kennedy, den ersten US-Präsidenten römisch-katholischen Glaubens, schon seit 1939. Der sehr beliebte amerikanische Präsident war am 2. Juli 1963 zur Privataudienz bei Paul VI. eingeladen, worüber es noch Filmdokumente gibt (vgl. http://www.youtube.com/watch?v=oFmssehvA2E). Die Ansprache des Papstes gegenüber Kennedy war nicht nur eine Bejahung des technischen Fortschritts, für den Paul VI. Amerika offensichtlich bewunderte, sondern auch ein Ausdruck der Übereinstimmung der päpstlichen Auffassung von friedlichem Fortschritt mit demjenigen des amerikanischen Präsidenten: «Die letzten Jahre haben beeindruckende Entwicklungen bei der Erforschung des Weltraums mit sich gebracht, zu denen die USA beachtliche Beiträge geleistet haben. Mögen diese Unternehmungen zur Ehre Gottes beitragen, des Schöpfers und höchsten Lenkers der Welt. Weil sie so vielversprechend für das Wohl der Menschheit sind, mögen sie auch einen wahren und friedlichen Fortschritt einleiten, der die Menschen zu einer universalen brüderlichen Gemeinschaft zusammenschliesst. Genau das ist es, was wir oft aus den Reden Eurer Exzellenz [= John F. Kennedy] heraushören, dass Eure Worte mit Wärme an den höheren Prinzipien von Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit erinnern.»
Papst Paul VI. zeigte sich nur einen Tag später sehr erfreut darüber, dass der amerikanische Präsident eine hochrangige Delegation zur Papstkrönung entsandt hatte (vgl. http://www.jfklibrary.org/Asset-Viewer/Archives/JFKPOF-032-001.aspx).
Er übernahm in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York vom 4. Oktober 1965 schliesslich sogar Worte des amerikanischen Präsidenten, was den Krieg betrifft: «Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg wird der Menschheit ein Ende setzen.» Ein Zeichen der Hochschätzung, die Paul VI. gegenüber Kennedy empfand.
(ufw; Jörg Ernesti: Paul VI. Der vergessene Papst, Freiburg im Breisgau 2012, 117, 180 f.)
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