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Die letzte Papstkrönung

Als Papst Paul VI. am Sonntagabend, den 30. Juni 1963, zum Papst gekrönt wurde, konnte niemand ahnen, dass dies die letzte Papstkrönung sein würde. Das Ereignis hinterliess grössten Eindruck. So berichtete der Redaktor Johann Baptist Villiger in der «Schweizerischen Kirchenzeitung» vom 4. Juli 1963 auf der Frontseite: «Am Abend des letzten Sonntags erlebten wir am Bildschirm Weihestunden seltener Art: Auf dem Petersplatz in Rom wurde das neue Oberhaupt der Kirche, Papst Paul VI.,nach dem durch die vielen Jahrhunderte geheiligten Ritus zum Papst gekrönt. Nach ersten Presseberichten füllten 300›000 bis eine halbe Million Menschen den riesigen Platz und die anliegenden Strassen. Noch viel mehr folgten am Bildschirm der heiligen Handlung (…). Nach dem beendigten eucharistischen Opfer begab sich Papst Paul VI. an seinen Thron. Dort empfing er aus der Hand des rangältesten Kardinaldiakons Ottaviani die dreifache Krone (…). Deutlich vernahm man die Worte, die der Kardinal sprach, als er die Tiara hoch emporhob, ehe er sie dem neuen Papst auf das Haupt setzte: ‹Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara und wisse, dass Du der Vater der Fürsten und Könige bist, der Lenker des Erdkreises, der Statthalter unseres Erlösers Jesus Christus, dem Ehre und Ruhm sei in Ewigkeit.›»
In dem Bericht von SKZ-Redaktor Johann Baptist Villiger sind Altertümlichkeit und Moderne in eigenartiger Weise miteinander verbunden. Berichterstatter nach 1963 wurden glücklicherweise nicht mehr in dieses Dilemma gestürzt, denn im November 1964 verschenkte Paul VI. seine modern gestaltete Tiara – ein Geschenk seiner Erzdiözese Mailand zu seiner Papstkrönung – zugunsten armer Menschen in sozialen Brennpunkten der Stadt Rom. Diese bislang letzte getragene Tiara wird in Washington D.C. aufbewahrt.
(ufw)

30. Juni 2013 | 00:01
von Konzilsblogteam
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