Eine Ahnung von der Sarah-Regression ?
Moses ueberrascht die Welt mit seiner Anthropologie: Das Wort Gottes ist im Herzen der Menschen grundgelegt (im Heiligen Buch nur festgehalten, in der Natur aber gespiegelt, im Kosmos gespielt [cf. «Das Spiel der Kraefte: Hildegard von Bingen])). Meister Eckhart bringt das Sprachbild vom «Seelen-Funken«.
Kardinal R.Sarah (06.07.2016) wuenscht sich im Jahr 2016 eine Rueckkehr zur alten Tradition: Messfeier in Richtung Osten.
Warum ist diese Regression gefaehrlich ? !
a) Als Praefekt der vatikanischen Gottes-Dienst-Kongregation muesste dieses regressive Denken 2016 abgesetzt werden, weil wir zwar eine Liturgie-Reform sehr noetig haben – aber eine solche, wo deutlich wird, nicht im Osten ist Heil sondern: im Herzen der Menschen ist Hoffnung auf Heil.
b) Der Vatikan sollte das 2. Vatik. Konzil weiterfuehren und seine Errungenschaften nicht abschaffen. zB. Sollte der Kardinal dringend das Problem loesen, dass christliches Beten nicht «betteln» bedeutet (als Afrikaner sollte dies ihm am Herzen liegen).
c) R. Sarah ist zu empfehlen, tiefer zu sehen (see deeper). Seit die Sonne strahlt, trifft sie von einer bestimmten Erd-Stelle aus fortschreitend auf andere Erd-Teile: sie geht… Die Menschen kamen auf die Idee, den Ort, wo die Sonne aufstrahlt Osten oder Morgenland
zu nennen; dort wo die Sonne sinkt, jener Erd-Teil wird Westen, Abendland genannt – eine typisch europaeische Sicht. Jesus ist einst »sol victus«, die ueber die Dunkelheit siegende Sonne geheissen worden. Unsere Ehrung gilt nicht dem Osten – wenn schon, dann dem Symbol «Sonne», die allen vier Himmels-Richtungen Leben verheisst und damit Gottes Gnadenstrahlen fuer alle symbolisiert. Die Natur-Erscheinung, dass die Sonne wieder die Dunkelheit besiegt – jeden Tag – ist viel aelter als die Benennung ihres morgend lichen Erscheinungs-Ortes als Osten. Die Sonne geht nicht im Osten auf weil es dort heller wird, sondern es wird heller, weil die «ewig-strahlende " Sonne dort auftaucht.
d) Wenn es um die Ehre Gottes geht, dann muessen wir den Menschen als «Imago Dei" ins Zentrum ruecken (cf. Irenaeus) und nicht den Osten. Im Herzen der Menschen taucht der Funken Gottes, das Wort Gottes auf… vom Hirn aus wird dieser Wort-Funken bewusst… im menschlichen Wort kommt er zur Sprache… in der Hand wird er zur Tat. Darum ist es der Mensch, in dem Gott eigentlich verkoerpert wird – besonders, wenn er sich im Namen Jesu Christi vereinigt – zB in der Danksagungs-Feier (Eucharistie) oder in der Tauf-Feier.
e) Darum ist es christlicher Anstand geworden: dass wir einander nicht den Ruecken zukehren sondern in die Augen schauen; besonders auch beim Gespraech. Wenn ich als Priester sage:» Auf diese Weise feiern wir das Geheimnis unseres Glaubens», dann schau ich eben zur Gemeinde und sie antwortet nicht hinter meinem Ruecken – sondern spricht mir zu und zu mir.
f) Die Go-Di-Kongregation haette die noble Aufgabe, die Weltkirche in der liturgischen Zukunftsplanung zu begleiten, zB auf den Wert hin, in einer verstaendlichen Sprache feiern zu koennen / zu duerfen !!! Dringend wird auch die Oeffnung zur Gruppen-Eucharistie am Gemeinschafts-Tisch: Wo die Gruppe das Wort Gottes real ins Gespraech bringt, wo Brot und Wein als Samen zur Lebendigkeit empfangen wird und wo der Segen als gut-heissende Sendung auf dem Weg zur Lebensfuelle empfunden wird.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


