«Warum haben Sie den Wettersegen nicht gegeben?»
Vorgestern, Freitagabend: Ein anstrengender Tag liegt hinter mir (Verfassen der Sonntagspredigt ausnahmsweise nicht erst am Samstag; Kurzartikel verfassen, Mails bearbeiten …). Dann auch das noch: Auf dem Bildschirm nur schwarz. (Erst Stunden später hat ein Freund einen guten Rat.)
Dann werde ich für die Abendmesse in einem Frauenkloster abgeholt. Ich versuche, mir den Stress und den Frust (PC ..) nicht anmerken zu lassen und gestalte die Messe möglichst gut.
Draussen bei der Kirchentüre fragt eine fromme Frau aufgeregt: «Warum haben Sie den Wettersegen nicht gegeben?» Ich erinnere sie daran, dass ich wie das ganze Jahr den Segen erbeten habe «für die ganze Schöpfung». «Und warum haben Sie den Kreuzpartikel nicht gebraucht. Überall wird er für den Wettersegen auf den Altar gestellt. Nur hier – die junge Schwester tut es nie.» Ich sage, Gott gebe den Segen. Ein Stücklein Holz sei da nicht wichtig. Ich verschweige, dass ich hier – betr. Reliquien – in der Tradition Luthers stehe …..
Szenenwechsel: Vor Jahren warf mir der damalige Klostergärtner vor, den Wettersegen nicht erteilt zu haben. «Wenn es heute hagelt und der Garten kaputt geht, bist du schuld!!» Ich sage ihm, am Vortrag sei der Wettersegen gespendet worden: «Ist dein Glaube so klein, dass du meinst, er reiche nicht für zwei Tage?»
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