Walter Ludin

Franziskus: der letzte Papst «im derzeitigen Sinn»

 
Die «Wölfe» im Vatikan und anderswo werfen Papst Franziskus vor, durch seinen einfachen Stil das Papsttum zu beschädigen oder es gar kaputt zu machen. Im Grunde haben sie nicht ganz Unrecht. Denn wir können beobachten, wie der Papst Wege öffnet für ein «Petrus-Amt», das eher den Absichten Jesu entspricht …..
«Päpste im derzeitigen Sinn» wird es künftig nicht mehr geben. Das schreibt der Theologe Wolfgang Bergmann in «Die letzten Päpste». Aus seiner Sicht vollzieht das Papsttum einen Paradigmenwechsel.
Der «letzte Monarch» der römisch-katholischen Kirche sei wohl Papst Benedikt XVI. gewesen, Franziskus (»der Mystiker mit Potenzial») habe – wie schon Johannes Paul II. und in Ansätzen auch Benedikt – zum Nachdenken über das Amt aufgefordert, das eine «ökumenisch anerkannte Form» finden möge. Und auch wenn Konkretes in diese Richtung noch nicht sichtbar geworden sei: «Das Papsttum vollzieht gerade einen fundamentalen Paradigmenwechsel.»
Weiter meint der Autor: Eine «Entmächtigung der Hierarchie» sei überfällig: «Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Jesus, der gegen die damalige priesterliche Hierarchie auftrat, in der Folge von einer neuen Priesterkaste monopolisiert wurde.»
 

11. Mai 2016 | 00:58
von Walter Ludin
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